Dienstag, 20.11.2007 - 11:54

Sparvorschlag

Wenn 26 SPD-Abgeordnete der Vorratsdatenspeicherung trotz schwerwiegender Bedenken im Bundestag zustimmen und darauf hoffen, daß es das verfassungsgericht dann schon richten wird, dann nennt man das Fraktionsdisziplin. Damit ist die grundsätzliche Idee des Bundestages mit all seinen Mitgliedern ad absurdum geführt, denn hier siegt die Parteimeinung über das Gewissen des Abgeordneten.

Konsequenterweise könnte man den Bundestag auf einen einzigen Vertreter aus jeder Fraktion beschränken, dessen Stimmgewicht aus der pzentualen verteilung der gewählten Parteien hervorgeht. Sowas nennt man Sparpotential. Und es würde den Bürgern zudem stundenweise inhaltlich fragwürdiges Gerede im Rahmen politischer Grabenkämpfe und Sandkastenspiele ersparen.

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Mittwoch, 31.10.2007 - 20:45

Halloberlin!

Horden extrem amerikanisierter Kinder durchstreifen die Stadt und nerven Erwachsene zu Tode.

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Samstag, 29.09.2007 - 19:07

Übersteigertes Sicherheitsbedürfnis

Im rbb Berlin sah ich gerade einen Teil der Sendung Die Jury hilft. Der Aufreger: Ein Stück Spreeufer ohne Geländer. Man hat sich dann an allen möglichen Stellen über dieses lebensgefährliche Stückchen Ufer aufgeregt, wo Nichtschwimmer keine Chance haben - und sich gewundert, warum Wasserstraßenamt und Bezirksamt wenig Handlungsbedarf sahen.

Ehrlichgesagt halte ich die Forderung jedes Kanalufer zu vergittern auch für deutlich übertrieben. Wenn jemand nicht schwimmen kann oder Kinder hat, die nicht schwimmen können, dann soll er sich eben einfach davon fernhalten! Keine Hauptstraße ist vergittert. Und wer am U-Bahnhof vom Bahnsteig ohne Geländer vor die U-Bahn fällt hat auch keine Chance. Eigenverantwortung heißt das Stichwort! Von dem Geld, das es kosten würde, kilometerweise Ufer von Flüssen und Kanälen in Berlin zu "sichern" sollte man lieber den Schwimmunterricht in den Schulen finanzieren. Das ist nachhaltiger.

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Montag, 02.07.2007 - 16:15

Fahrgast(d)um(m)frage

Es ist wochentags, abends kurz nach sieben und es schüttet wie aus Eimern. Als ich am Bundesplatz die U-Bahn verlasse sehe ich den 248er Bus an der Haltestelle und hechte noch schnell hinein, um den Rest meines Weges halbwegs trocken zurückzulegen. Im Bus befinden sich nur wenige Personen: Der Busfahrer, meine Wenigkeit, ein Fahrgast, der gerade mit mir einstieg, zwei Fahrgäste, die schon im Bus waren und zwei Leute um die Fahrgäste zu befragen.

Der Bus fährt los. Einer der Umfrage-Menschen geht auf mich zu, der andere nähert sich dem anderen am Bundesplatz zugestiegenen Fahrgast: "Wir machen hier eine Umfrage im Auftrag der BVG [blabla] Streckenplanung". Grundsätzlich eine gute Idee, nicht daß ich wirklich noch daran glaube, daß nach der nächsten Fahrpreiserhöhung die Strecken auch mal besser werden, aber zumindest versuchen sie Grundlagen dafür zu schaffen. Ich weise den Menschen noch darauf hin, daß er sich beeilen soll, weil ich nur eine Station fahren werde.

"Wo sind Sie in diesen Bus gestiegen?" - Bitte wie? Ihr geht gezielt auf die gerade eingestiegenen Fahrgäste zu, da gehört nicht viel Eigenleistung dazu, diese Frage auch ohne mein Zutun zu beantworten! "Bundesplatz."

"Wie sind Sie zum Bundesplatz gekommen?" - "Mit der U-Bahn."

"Wo haben Sie die fahrt begonnen?" - "U-Bahn Kurfürstendamm."

"Mit welcher Linie sind sie gefahren?" - Häh? Hallo? Seh ich aus, als würd ich 'ne Stadtrundfahrt mit der U-Bahn machen? Da fährt genau eine und das auch noch direkt! - "U9, überraschenderweise!" - ein irritierter Blick trifft mich.

"Wo steigen Sie aus?" - Hallo, Guten Morgen? Ich habe am Anfang gesagt, daß ich eine Station fahre, Du sitzt vor einer Liste der Haltestellen und ich habe gerade den Stop-Knopf gedrückt und will aussteigen... "Görresstraße." Der Bus nähert sich ser Haltestelle...

"Steigen Sie dort um oder ist das der Endpunkt?" - Was soll der Blödsinn? An der Görresstraße hält... Genau, der 248er. Und nur der. Von dort kann ich per pedes die U9 erreichen, wenn ich zurücklaufe zum Bundesplatz oder abbiege zum Friedrich-Wilhelmplatz, den ich mit der U9 aber deutlich einfacher erreicht hätte. Ich könnte zum 101er laufen, den der 248er zwei Haltestellen weiter kreuzt. Oder zu diversen anderen weit entfernten U- oder S-Bahnen, die ich von der U9 oder vom Bundesplatz aus alle weitaus besser reeicht hätte. "Was wohl? Endpunkt!" rufe ich, als ich aus dem Bus springe.

Ich geb ja zu, daß ich den Job, diese Umfrage zu machen, nicht haben möchte. Aber ehrlich, bei einer solchen Häufung nicht erbrachter Transferleistungen komme ich mir am Ende der Umfrage nicht hilfreich vor, sondern im wesentlichen irgendwie verarscht.

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Mittwoch, 02.05.2007 - 21:33

T-Aliban?



Ein explosives Angebot

Was es nicht alles gibt: Am Morgen des 02.05.2007 explodierte am Hohenzollerndamm Ecke Ruhrstraße ein Verteilerkasten. Nach ersten Untersuchungen konnte kein Fremdverschulden festgestellt werden. Wer jetzt an eine kleine Verpuffung und ein wenig Rauch denkt, der liegt falsch. Neun Autos wurden beschädigt sowie die Scheiben eines nahen Hotelrestaurants. Der Hohenzolerndamm wurde mitten im Berufsverkehr für einige Zeit gesperrt. Für die Nicht-Berliner: Der Hohenzollerndamm ist dort eine Straße, die mit je drei Fahrspuren pro Richtung die Verbindung zwischen Stadtautobahn und westlicher Innenstadt herstellt...

Nachdem diese Kästen ja nun alle paar hundert Meter auf dem Bürgersteig stehen stellt sich die Frage: Was war hier los? Ob mich ein technischer Fehler, der zu einer solchen Folge führt nun weniger nervös macht als die scherzhafte Idee eines T-Aliban Produkts weiß ich aber auch nicht.

VDSL - Voll Das Schmale Loch

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Dienstag, 07.11.2006 - 15:01

Placebos gegen Terroristen

Gestern traten die EU-weiten neuen Sicherheitsbestimmungen für das Handgepäck in Flugzeugen in Kraft. Im Groben: Es dürfen Flüssigkeiten nur noch in kleinen Mengen mit an Bord genommen werden. Einzelne Behältnisse dürfen 100ml nicht überschreiten, alle Behältnisse zusammen müssen in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit maximal einem Liter Inhalt stecken. Ursache für diese neue Regelung: Britische Behörden haben nach eigenen Angaben am 10. August dieses Jahres einen Anschlag auf Flugzeuge vereitelt, bei dem flüssiger Sprengstoff, in der Kabine zusammengemixt aus mehreren Komponenten, zum Einsatz kommen sollte.

Es gibt durchaus einige effektive flüssige Explosivstoffe bzw. Flüssigkeiten, die man zu Explosivstoffen verarbeiten kann. Als Beispiel seien Nitroglycerin oder Triacetontriperoxid (TATP) genannt. Die Endprodukte sind kaum sinnvoll im Handgepäck zu transportieren, da es sich um instabile Verbindungen handelt, die unter Einfluß von Hitze oder bei Schlag oder Reibung detonieren können - mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bevor ein Terrorist damit überhaupt ein Flugzeug erreicht. Zudem birgt Nitroglycerin den Nachteil, daß die enthaltenen Nitro-Verbindungen, in vielen Sprengstoffen als Energieträger enthalten, ggf. on Detektoren entdeckt werden können. Konzentrieren wir uns also einmal auf TATP, was diversen Quellen zufolge als wahrscheinliche Variante für den Einsatz bei dem fraglichen Terrorplot gilt.

Die Grundmaterialien von TATP sind mit gewissem Geschick im Handgepäck zu transportieren. An Bord müssen diese dann vorsichtig zu TATP verarbeitet werden. Dieser Vorgang muß unter ständiger Kühlung geschehen, Eiswasser und ein geeignetes Gefäß sind strikte Voraussetzung für ein Gelingen. Ein Fehler in der Herstellung führt nicht zu einer gewaltigen Explosion, sondern allenfalls dazu, daß sich der Terrorist auf der Flugzeugtoilette in Narkose versetzt oder eine kleine Verpuffung verursacht, die dem Flugzeug keinen nennenswerten Schaden zufügt. Und jetzt kommt der schwierigste Teil: Die entstandene Masse muß (stundenlang) getrocknet werden, um als effiziennter Sprengstoff eingesetzt zu werden. Es gibt Stimmen, die behaupten, daß die angeblichen Attentäter wohl deshalb so viele Flugzeuge als Ziele gewählt haben, weil sie bei der Fehlerquote so hofften, daß wenigstens ein bis zwei Flugzeuge zerstört würden.

Aber zurück zum ursprünglichen Thema. Die Sprengkraft von TATP liegt nahezu im Bereich der Sprengkraft von TNT, auch wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit geringer ist und die Reaktion nicht die exotherme Kraft herkömmlicher Sprengstoffe hat, sondern sich lediglich in der "kalten" Umwandlung des Feststoffes in Gase äußert, so ist die Wirkung nicht zu unterschätzen. Zwischen 340 und 450 Gramm Sprengstoff reichten, um die Clipper of the Seas über Lockerbie so stark zu beschädigen, daß sie innerhalb weniger Sekunden in mehrere Teile zerbarst. Die Menge, die ein einzelner Passagier an Grundstoffen also auch jetzt noch mit in die Kabine nehmen kann, sollte mehr als ausreichend sein, um einem in der Luft befindlichen Flugzeug (in dem ja bereits Überdruck gegenüber der Umgebung herrscht) einen fatalen Schaden zuzufügen.

Setzen wir all dies in Relation zu der wohlbekannten Tatsache, daß bei Blindtests, in denen Mitarbeiter von Behörden gezielt versuchen Waffen oder Bombenatrappen am Sicherheitspersonal vorbei an Bord zu schmuggeln, auch ohne die neuen Regeln bereits erhebliche Lücken zu beobachten waren - eben weil die Mitarbeiter unter anderem unter dem Druck stehen, die Wartenden möglichst schnell abzufertigen - fragt sich, ob die neuen Regeln, die gegen das Szenario gegen das sie helfen sollen eher sinnlos sein dürften, nicht vielleicht eher einen gegenteiligen Effekt haben und die Sicherheitskontrollen einfach nur noch durchlässiger machen.

Und last but not least: In Deutschland sterben jedes Jahr vermutlich noch lange wesentlich mehr Leute an den Folgen des noch immer nicht eingedämmten Rauchens, als über die letzten zehn Jahre bei Terrorattacken auf Flugzeuge weltweit umgekommen sind. Und wenn das auch mein liebstes Beispiel ist, so ist es sicher nicht das einzige.

Hätt ich doch bloß die blaue Pille genommen... (nein, nicht Viagra!)

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Dienstag, 10.10.2006 - 09:33

Das Geheimnis eines Sommers



Der Sommer war heiß. Wir haben geschwitzt, wir haben uns um die Klimatisierung des kleinen Rechnerraums im Büro gesorgt. Überhaupt ist diese Hitze nicht immer angenehm. Aber das wirkliche Übel eines so heißen Sommers, das erfährt man erst im Herbst, wenn es kälter wird, wenn statt Wasser wieder Tee auf dem Schreibtisch steht. Dann nämlich, wenn man seine Teelichte, die den Sommer über in der Schublade /Nordseite, keine Sonneneinstrahlung!) lagen wieder hervorholt und feststellt, daß sich deren Anzahl drastisch reduziert hat, während sich die Ausdehnung der einzelnen Lichte erheblich vergrößert hat. Dann, wenn man versucht in den lustigen Teelicht-Figuren irgendwie Dochte ausfindig zu machen...

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Samstag, 23.09.2006 - 15:09

Die Armee im Rechner

Im Rechner herrscht militärische Ordnung. General Failure wohnt dort. Auch Major Devicenumber ist nicht weit und natürlich Kernel Panic. Selbst Private Key ist eingezogen. Nur ein Lieutenant hat sich irgendwie noch nicht gefunden...

Hatte ich erwähnt, daß Urlaub eine gute Sache wäre?

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Montag, 04.09.2006 - 21:45

Apple und die Akkus

Apple hatte wie Dell ja ein paar Probleme mit Akkus von Sony. Nachdem ich anhand der Seriennummer herausgefunden habe, daß der Akku meines PowerBook betroffen ist, hatte ich zunächst einmal Spaß mit dem Formular, das mir trotz korrekt eingegebener Seriennummer erzählte, mein Akku würde nicht unter das Austauschprogramm fallen. Am nächsten Tag bekam ich anstele dieser Meldung die nicht weniger unbefriedigende Meldung, der Server sei überlastet. Einige Stunden später aber klappte alles wie gewünscht.

Das beste allerdings ist der Tip von Apple, was ich zur Vermeidung von Schäden an Person oder Gerät bis zur Lieferung des Ersatzakkus tun möge: Das Notebook ohne Akku am Netzteil betreiben. Rein technisch funktioniert das - die Verfügbarkeit einer Steckdose vorausgesetzt - auch wie erwartet. Die Ergonomie des Gerätes leidet allerdings erheblich unter der Tatsache, dem Rechnerchen bei entferntem Akku einer der Gummi-Standfüße fehlt, was zu einem Wackeln des Gerätes, das der korrekten Rechtschreibung nicht zuträglich ist, führt.

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Montag, 21.08.2006 - 19:02

Testbild



Nach wiederholter Beobachtung desselben Phänomens fragte ich mich gestern - zugegebenermaßen auch nicht das erste mal - wozu denn eigentlich Kabelfernsehen gut ist, wenn bei jedem etwas heftigeren Regen mit Gewittern große Teile des Programms durch ein Testbild ersetzt werden. Inhaltlich bringt mich das zumindest nicht deutlich weiter als einfaches Rauschen.

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Samstag, 12.08.2006 - 17:13

Für die Akten

Nur für die Akten: Ab heute bin ich nicht mehr Anfang 30, sondern gehe auf die 40 zu. Sollte ich also demnächst mißmutig durch die Gegend laufen, dann ist das die ganz normale Midlife-Crisis. Alternativ ist es die Depression, die sich über Wünsche, Vorstellungen und Ideen irgendwelcher Schäubles, Becksteins und Schönbohms anläßlich des "Kampfes gegen den Terrorismus" nach dem verhinderten Anschlag von London gerade einstellt. Es ist ja mal wieder Zeit, von dummen Ideen, die man beim letzten mal noch nicht durchsetzen konnte, den Staub herunterzublasen.

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Donnerstag, 03.08.2006 - 16:15

Nachrichtensendungen

Heute morgen erfreute mich der Nachrichtenkanal N24 bei seiner Berichterstattung über die Kofferbomben bei der deutschen Bahn. Zunächst einmal war unten als Tagline eingeblendet:

Kofferbomben stammten von einem Täter oder Tätergruppe

Na das nenn ich doch mal eine Überraschung! Daß nicht die Opfer die Bomben hergestellt haben lag in diesem speziellen Fall vemutlich daran, daß es keine gab, weil die Bomben ja nicht explodiert waren. Womit wir beim zweiten Punkt wären. Detailliert wurde in dem Bericht darauf eingegangen, daß die Bomben nicht zündeten, weil noch zuviel Gas in den Gasflaschen war und so kein zündfähiges Gemisch vorhanden war. Das ist doch mal ein ganz besonderer Service von Behörden und Medien: Da kriegen die Bombenbastler schonmal einen fundierten Rat vom Spezialisten, was sie falsch gemacht haben.

Aber vermutlich bin ich wieder der einzige, der das alles seltsam findet...

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Donnerstag, 15.06.2006 - 16:33

Die Gefahr von cut and paste

Gestern schrieb ich eine Mail rum, in der ich bat, mir ein Tupel aus Username und gecryptetem Paßwort für einen bestimmten Zugang zukommen zu lassen. In dieser Mail stellte ich zwei Methoden zur Auswahl: Entweder zu mir kommen und das Paßwort direkt einhacken oder aber mir das eben genannte Tupel zukommen zu lassen im richtigen Format. Dazu schrieb ich in der Mail, auf welchem Rechner man sich einloggen sollte und machte dann ein cut&paste des exemplarischen Vorganges:

(12:50) username@caipi:ttyp3 [~] htpasswd -n username
New password:
Re-type new password:
username:1rdnI.lntF3uM
  
Die letzte Zeile mit dem Usernamen, dem Doppelpunkt und dem gecrypteten
PW, die hätt ich dann gerne von Euch!
  
Den String "username" ersetzt ihr bitte durch einen Euch zuzuordnenden
Usernamen :-)


Ich bekam dann nach und nach die Antworten der fraglichen Personen. Die erste positive Überraschung: Niemand schickte ein unverschlüsseltes Paßwort durch die Gegend! Die zweite positive Überraschung: Alle haben wirklich "username" durch etwas sinnvolles ersetzt! Und die dritte Überraschung war, daß mein cut&paste ein gefährliches Übermaß an Informationen enthielt. Der angegebene Befehl funktionierte nämlich für einen Kollegen nicht - jedenfalls bis er den Tipp bekam, er möge doch den Prompt einfach nicht mit abtippen...

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Freitag, 26.05.2006 - 18:02

Das Milliarden-Wunder(n)

Heute ist es endlich soweit! Berlin feiert! Und zwar nicht irgendwas, sondern die Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs. Da haben wir Berliner uns aus vielerlei Hinsicht ein Wunder geleistet - im Sinne von da kann man sich eigentlich nur noch wundern.

Das wiedervereinigte Berlin brauchte ein neues Bahnkonzept - das steht wohl außer Frage. Also haben sich ein paar Leute von der Bahn hingesetzt und das Pilzkonzept ersonnen. Damit hat Berlin etwas geschafft, was wohl kaum eine Stadt von sich behaupten kann: Für mehr als eine Milliarde Euro haben wir es geschafft, die Fernbahnhöfe aus der City zu entfernen! In den meisten Städten dieser Welt kann man den Zug im Hauptbahnhof verlassen und steht im regen Treiben der Großstadt. In Berlin kann man künftig die neuen Fernbahnhöfe verlassen - und steht in der Wüste.

Ein Hort des Lebens mit Einkaufsgelegenheiten und Büros soll der neue Hauptbahnhof werden - wie denn in dieser Umgebung?

Und überhaupt: Hauptbahnhof? Was soll denn das? Da läßt man Berliner über den Namen abstimmen, wie immer geht das schief, weil die Berliner nicht das wollen, was die Oberen ihnen schmackhaft zu machen und dann macht die werte Bonzenhaftigkeit soch, was sie will. Lehrter Bahnhof - wie seit Urzeiten - sollte er heißen. Daraus wurde dann ein "Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof". Daraus wurde dann ein

HAUPTBAHNHOF

Lehrter Bahnhof

Und jetzt feiern wir die Eröffnung des Hauptbahnhofs. Ganz ohne Lehrter Bahnhof. Wir feiern das Ausbluten der Westberliner Innenstadt und den Verlust des Bahnhofs Zoo im Fernverkehr. Wir feiern, daß man einen riesen Bahnhof macht um einen Bahnhof, für den man eine nicht gerade kleine Imagekampagne auffahren muß.

Sorry Jungs, aber ich bleibe skeptisch.

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Sonntag, 23.04.2006 - 15:15

Der Papst als Kompetenz in Sexualfragen

Es mehren sich die Gerüchte, daß Papst Benedikt XVI. einen sanften Kurswechsel in der Frage des Standes der (katholischen) Kirche zum Thema Kondome vollziehen wird: Er denkt darüber nach, ob die Kirche HIV-Infizierten die Benutzung von Kondomen erlauben solle. Ein großer Schritt für den Papst, ein kleiner Schritt für die Menschheit. Und mal wieder der Punkt, wo der denkende Mensch sich die Frage stellen sollte: In welcher Welt lebt der eigentlich?

In Westeuropa, wo es den Menschen gut geht, die Medizin fortgeschritten und die Aufklärung verbreitet ist - und trotzdem noch Menschen auf den Papst hören - mag dies noch ein Fortschritt sein. Hier wissen Betroffene in vielen Fällen schon vor dem Ausbruch der Krankheit, daß sie sich mit HIV infiziert haben. Wieviele dieser Menschen, auch mit Kondom, mit diesem Wissen dann noch Geschlechtsverkehr mit nicht infizierten haben, vermag ich nicht zu sagen. Den Segen der Kirche aber als Freifahrtschein zu nehmen, scheint mir auch mit Kondom ein nicht ganz ungefährliches Spiel.

Dort, wo aber HIV ein weitaus größeres Problem darstellt, wie zum Beispiel in weiten Teilen Afrikas, dürfte die Mehrheit der Betroffenen bis zum Ausbruch von AIDS oder gar weit darüber hinaus nichteinmal wissen, ob sie infiziert sind oder nicht.

Kondome schützen. Und dieser Schutz seiner selbst und auch anderer darf nicht erst einsetzen, wenn eine Infektion bereits vorhanden und diagnostiziert ist!

Ja, die katholische Kirche verbietet nicht nur Kondome, sondern auch den Sex vor der Ehe und das Fremdgehen - sie predigt Enthaltsamkeit. Allerdings fällt es den Menschen, vor allem den jungen Menschen, nunmal sehr viel leichter, Kondome nicht zu benutzen, als ihre (nur natürlichen) Triebe zu unterdrücken. Gegen den Unmut des Pfarrers mag es helfen, zu beichten, zu beten und Buße zu tun. Gegen die Ausbreitung von AIDS hilft es nicht!

Und das beste: Kondome erlauben auch eine sinnvolle Familienplanung, die auf lange Sicht vielleicht auch helfen könnte, Hunger und Leid auf dieser Welt zu lindern.

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