Lutherstadt Wittenberg – Torgau

Am Morgen ließ ich es langsam angehen. Zwar frühstückte ich schon um acht, allerdings unterhielt ich mich danach noch eine Weile mit dem Besitzer der Herberge, bevor ich dann schließlich zum Drogeriemarkt ging, um noch etwas zu Sonnencremen zu besorgen.

Zwischen Elbe und Elster
Zwischen Elbe und Elster

Bei schönstem Wetter verließ ich Lutherstadt Wittenberg, der Weg führt erst noch kurz an der Straße entlang, dann geht es direkt an die Elbe. Und diese Jahreszeit ist man nahezu alleine auf dem Radweg. Wenn jemand kam, dann waren es höchstens Einheimische, die mit ein paar Taschen am Rad vom Einkaufen kamen. Mein Knie,dass am vorigen Abend noch etwas geschmerzt hatte,schien sich komplett erholt zu haben. Dennoch gab ich nicht allzu viel Druck auf die Pedalen.

Selbst wenn der Radweg einmal über Straßen führt, dann sind diese so leer, dass man selten einem Auto begegnet. Nach einigen Kilometern überquert man die Elster, anschließend geht es vorwiegend am Deich entlang der Elbe. Als ich nach rund 30 km mein Knie doch wieder meldete, beschloss ich erst mal etwas essen zu gehen. Dazu bog ich Schildern folgend vom offiziellen Weg ab, und fuhr nach Sachau. Die Gaststätte hatte zum Glück geöffnet, um diese Jahreszeit ist dies nicht allzu selbstverständlich.

Altstadt Torgau
Altstadt Torgau

Trotz der Pause wurde es mit meinen Beinen nicht besser. Mir fehlt dieses Jahr definitiv mein Wintertraining. Und so setzte ich als Tagesziel Torgau fest. Der Versuch vorher noch eine Kuchenpause einzulegen, ging schief, weil es einfach keinen Café am Weg gab, das bereits geöffnet hatte. Die meisten machen wohl erst zu den Osterferien auf.

Um kurz nach 16:00 Uhr erreichte ich Torgau, suchte mir eine Unterkunft, machte mich erst mal frisch. Ein Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt tat gut. Hier bekam ich auch noch ein schönes Stück Kuchen. Später am Tag wollte ich noch etwas essen, zunächst machte ich aber noch einen Rundgang durch die Stadt und zum Schloss Hartenstein.

Berlin – Lutherstadt Wittenberg

Was macht man mit ein paar freien Tagen, um den Kopf ein wenig frei zu kriegen? Na klar, bei schönstem Frühlingswetter steigt man aufs Rad! Einen richtigen Plan gibt es nicht, ein paar Tracks raus aus Berlin – und dann mal weiter schauen. Eigentlich stand nicht einmal wirklich fest, wie lang ich fahren würde. Einen Tag, zwei, drei? Mal schauen, wie lange sich das Wetter hält und ob und wo mir das mangelnde Training des Winters einen Strich durch die Rechnung macht.

Mein Rad und ich
Mein Rad und ich

Mit meiner neuen Tasche setzte ich mich morgens aufs Rad und folgte Radweit Berlin-Leipzig. Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen war Lutherstadt Wittenberg ein geeignetes Ziel. Etwas mehr als 100km, ich wollte es nicht übertreiben. Hinter Berlin geht es zunächst nach Güterfelde. Nicht wirklich schlimm, aber Spaß kommt hier noch nicht auf. Danach gibt es erst einmal einen gut fahrbaren Radweg neben der Strasse, vor Phillipsthal hört der zwar auf, aber auch an einem Montagmorgen ist der Verkehr hier relativ gering, spätestens ausserhalb des Berliner Rings hat man weitestgehend Ruhe.

Die Weite Brandenburgs
Die Weite Brandenburgs

Die kleinen Brandenburger Dörfer reihen sich aneinander, die Landschaft wird etwas hügeliger, aber echte Steigungen gibt es hier nicht. Dafür weite Strecken, wo man die Straße für sich allein hat. Kommt man dann im Fläming an, gibt es Abschnitte auf dem Fläming-Skate, die Ende März komplett leer sind.

Lutherstadt Wittenberg
Lutherstadt Wittenberg

Erst kurz bevor man Lutherstadt Wittenberg erreicht wird es wieder etwas ungemütlicher. Die Auswahl steht zwischen einem schottrigen, sich in Umwegen ergehenden Feldweg und einer halbwegs befahrenen Strasse. Eigentlich sollte ich es besser wissen, aber ich hatte keine Lust auf Straße … Nach kurzer Einlage auf der ausgewiesenen Berlin-Leipzig-Radroute wechselte ich freiwillig auf die Straße.

In Lutherstadt Wittenberg fand ich schnell eine nette kleine Unterkunft. Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ging ich in die Stadt, die alle ihre Gerüste mittlerweile los ist. Ich machte einen lockeren Rundgang und suchte mir etwas zu essen.

Saisoneröffnung: Oehna

Normalerweise gibt es ja keine größeren Pausen im Winter – zumindest von der Alltagsfahrerei – aber dieses Jahr war (leider) vieles anders. Und so traf es sich gut, ein wenig externe Motivation zu haben, mal aus den Puschen zu kommen und wieder mehr als 15km am Stück mit dem Rad zu fahren. Als Ziel bot sich Oehna an: sobald man aus Berlins Speckgürtel raus ist, geht es auf meist ruhigen Straßen oder in der zweiten Hälfte über den Fläming-Skate weiter.

Flaches Land, ein wenig blauer HimmelFlaches Land, ein wenig blauer Himmel

Durch Lichterfelde geht es raus aus Berlin, durch Großbeeren hindurch südlich. Wir sind mittags aufgebrochen, anfänglich ist der Himmel noch grau verhangen, aber später reissen die Wolken auf und vereinzelt zeigt sich blauer Himmel. Bis Kerzendorf fahren wir über eine relativ ruhige Kommunalstraße, dann parallel zur B101 auf Servicewegen bzw. einem Seitenradweg. Bei Thyrow gibt es die riesige Baustelle der Ortsumgehung zu sehen – hier wird einem der ungeheure Flächenverbrauch der quasi-Autobahn bewusst. Erst kurz vor Trebbin, wo die Bundesstraße abbiegt, wird es wieder ruhiger.

Tiefe Sonne, lange Schatten
Tiefe Sonne, lange Schatten

Wir lassen Luckenwalde westlich liegen und fahren via Schöneweide und Gottow weiter, treffen schließlich auf den Fläming-Skate. An der L73 entscheiden wir uns, soden wir beide noch leichte Konditionslücken bemerken, für den schöneren Weg – und das bessere Training, es geht in einem Schlenker weiter nach Petkus, die höchte Erhebung unserer Tour. Im Gutshaus Petkus machen wir eine verdiente Kuchenpause.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

Von Petkus fahren wir wieder westlich, auf dem Hügel hinter Schlenzer kommen wir wenige Minuten vor Sonnenuntergang an, so daß wir diesen von hier betrachten können. Durch die Dämmerung geht es dann über Fröhden und Bochow nach Oehna, wo wir (ich möchte sagen erwartungsgemäß) den Gasthof Witte geschlossen vorfinden und zu Plan B schreiten: wenige Kilometer südlich liegt Zellendorf, das Restaurant des Flughafens hätte laut telefonischer Auskunft eigentlich bis 20 Uhr geöffnet haben sollen, allerdings stehen wir um kurz nach 19 Uhr vor verschlossener Türe. Die Bahn verpassen wir knapp, das Gasthaus zur Linde im Ort hat auch zu, so daß wir beschließen, mit unseren Scheinwerfern die nacht zu durchschneiden und in Richtung Jüterbog zu fahren.

Dort können wir einkehren und uns aufwärmen und stärken, bevor es dann mit der Bahn zurück nach Berlin geht. Mit knapp 130km war es ein schöner Start, auch eine gute Motivation für weitere Fahrten.

Berliner Fahrradschau – Holz

Neu ist das Thema vielleicht nicht ganz, aber der Werkstoff Holz erobert immer mehr Raum im Fahrradbau und auf der Fahrradschau. Gab es vor einigen Jahren nur vereinzelt Applikationen und einige Bambusräder, so sind heute diverse Anbieter vertreten, die sich dem Thema vollständig verschrieben haben.

Bikeologic
Bikeologic

Interessant sind für mich die unterschiedlichen Formen. Bikeologic orientiert sich eher am Design von Laufrädern für Kinder, fertigt dafür ander bis hin zum Lenker, Gepäckträger und der Gabel aus Holz.

MyEsel
MyEsel

Die Firma MyEsel nutzt die Verbindung von Holz und herkömmlichen Komponenten und sieht neben den Materialeigenschaften vor allem die individuelle Anfertigung angepasster Rahmengrößen als großen Vorteil.

XXXteam
XXXteam

Wieder andere, wie aceTeam Berlin, bieten klassische Rahmenformen, teils als E-Bike wahlweise aus lokalen Materialien (vorwiegend Esche, teils Birke) oder aus Bambus, wobei die Rahmen dann in den Herkunftsländern hergestellt werden.

Griffe aus Holz oder Naben mit Holzfurnier gibt es, um die Optik abzurunden oder sein herkömmliches Rad damit optisch aufzuwerten.

Berliner Fahrradschau – 1st Impression

Gefühlt wächst die Messe, das viele Englisch um einen herum wirkt auch mächtig international. Bewusst hatte ich mir den Freitag Abend für einen ersten Überblick gewählt, in der Hoffnung, es sei ruhiger als am Samstag. Leer ist es nicht, aber die Fahrradschau ist hinreichend aufgelockert gebaut, so dass es nicht überlaufen wirkt. Wie es am Samstag aussieht, wird im nächsten Post verraten.

8bar bikes auf der Fahrradschau
8bar bikes auf der Fahrradschau

Die Fahrradschau ist eine hippe Messe. Lifestyle und wirklich schöne Fahrräder ziehen das entsprechende Publikum an, wer sich mehr für Technik als für Style interessiert kommt dennoch mittlerweile halbwegs auf seine Kosten.

Neben einem Überblick über die Stände traf ich mich noch mit einem Freund, gemeinsam genossen wir die entspannte Atmosphäre und sahen noch den Vortrag Cairo2Cape von Michael Strasser.