Freitag, 07.04.2006 - 09:02

Ich bin doch nicht blöd!

Ich bin ein technophiler Mensch und als solcher brauche ich von Zeit zu Zeit mal ein neues Spielzeug. Ein Update meiner Digitalkamera zum Beispiel steht derzeit auf meiner Liste.

Nun, es drängt nicht, ich habe Zeit, mir Online-Angebote und auch Angebote in Läden anzusehen. So schlenderte ich, nachdem ich mir einen Preisüberblick verschafft hatte, unter anderem durch den rot-weißen Markt mit dem 'M vorne.. Die anvisierte Kamera war dort 300 Euro teurer als im Fotofachgeschäft bzw. 500 Euro teurer als beim markeneigenen Online-Shop.

Nun, ich laß mich ja nicht so leicht abschrecken und als ich dann nach langer Zeit dort eine n"Fachverkäufer" vorfand, entspann sich folgender Dialog zwischen mir (I) und der Verkäuferin (V):

I: "Entschuldigung, sind denn die Preise für Digitalkameras verhandelbar?"

V: "Nein, außer sie haben ein Konkurrenzangebot... Außer Online!"

I: "Nun, ich red allein vom Preis in ihrem eigenen Online-Shop, immerhin 500 Euro weniger..."

V: "Mit dem ham wir ja nix zu tun..."

I: "Tja. Dann bleibt mir nur eins zu sagen: Ich bin doch nicht blöd."

(V) fing dann ganz konzentriert an, sich um andere Dinge zu kümmern.

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Sonntag, 05.03.2006 - 18:57

Da schläft man mal kurz...

Das ist wirklich hart. Ich döse dieses Sonntags Nachmittag ein wenig auf der Couch - und als ich wieder aufwache ist drinnen etwas Zeit vergangen und draußen ist BAYERN!!!! Frechheit! Ich hab für Berlin bezahlt! Da will ich auch Berlin bekommen! Da gibt es keinen Schnee! Den gab es noch nie!

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Samstag, 25.02.2006 - 06:35

Der Tele-Ricke

Kai-Uwe Ricke, seines Zeichens der Ober-Magenta, hat sich letzte Woche ein wenig Gedanken gemacht. Nachdem die Telekom (wie viele andere ja auch), sich bei den Endverbraucher-Preisen für DSL auf einen Preiskampf eingelassen hat, der zur Folge hat, daß aus diesem Bereich quasi keinerlei Gewinne mehr zu erwarten sind (vielmehr muß man sich fragen, ob nicht im Rahmender weiteren Entwicklung hier mehr Geld reingesteckt werden muß, als am Ende rauskommen kann), hat er sich gefragt, wie man das denn nun alles bezahlen könnte. Die glänzende Idee: Große Anbieter wie Amazon, Googe und Yahoo sollten dafür zahlen, daß die Telekom so gnädig ist, ihren Traffic durchzuleiten.

Zwei Dinge kommen mir da spontan in den Sinn, Herr Ricke:

Erstens zahlen solche Anbieter bereits nicht unerhebliche Summen für ihre Netzanbindung. Da können Sie jetzt natürlich trotzig sein, weil das nicht ihre Kunden sind, aber so ist das nun mal...

Zweitens würde sich ohne solche Anbieter niemand die Bohne für T-Online und T-DSL interessieren.

Die Konsequenz wäre doch jetzt einfach: Google, Yahoo und Amazon zahlen Ihnen weiterhin nichts, sie leiten den Traffic nicht mehr durch und die Konkurrenz freut sich über viele tolle Ex-T-Online-Kunden.

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Freitag, 24.02.2006 - 22:34

SORBS - Some Ordinary Rats Being Stupid

Nach dem heutigen Erlebnis frage ich mich, wer denn wirklich noch eine RBL wie SORBS benutzt. Einer unserer Mailserver ist dort gelistet. Grund: Einer unserer User (ein seltsamer Kerl aus Panama) hatte als Reaktion auf einen erhaltenen Spam an alle möglichen Adressen eine Beschwerde über den Spammer geschickt. Diese Mail ging unter anderem an eine Adresse bei SORBS. Dort benutzt man die Adresse als Spamcatcher. Unser Mailserver (den unser User mit SMTP AUTH natürlich regulär nutzen darf) ist dort jetzt als Open Relay gelistet. Ist ja auch kein Problem, man kann sich ja gegen 50$ delisten lassen.

Klasse Geschäftsmodell, Jungens...

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Sonntag, 29.01.2006 - 13:19

Wozu die "schmutzige Bombe" wirklich dient

Immer wieder bringen Politiker, wenn es um Terrorgefahren geht, die schmutzige Bombe ins Spiel. Zuletzt war das am 28.01.2006 unser Bundesinnenminister, Wolfgang Schäuble. In einem Interview mit der Welt Am Sonntag fielen die folgenden Sätze, die ich hier einmal ein wenig analysieren möchte. Herr Schäuble ist ein erfahrener Politiker und ein geschickter Redner, ich bin nur ein technisch versierter Sysadmin - und kann nicht ausschließen, daß sich weit mehr hinter den Äußerungen versteckt, als ich vermag, zu interpretieren.

Nicht anders gekennzeichnete Zitate stammen aus dem Interview der Welt am Sonntag von Hernn Schäuble.

Tatsächlich läßt die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen oder schmutzigem Material die Gefahr wachsen, daß wir mit solchen Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus rechnen müssen.

Dieser Satz dient im wesentlichen einem einzigen Zweck: Er stellt Massenvernichtungswaffen und sogenannte schmutzige Bomben in einen Zusammenhang. Ein zweifelhafter Zusammenhang: Eine (nukleare) Massenvernichtungswaffe beruht auf dem Prinzip der Kernspaltung. Sie setzt ungeheure Mengen Energie in Form einer gewaltigen Explosion mit anschließender Druck- und Hitzewelle frei. Dabei entstehen erhebliche Mengen radioaktiver Strahlung, die sich in einem weiten und durch den radioaktiven Fallout unberechenbaren Umkreis verbreiten. Auf einen Schlag können so Millionen von Menschen getötet werden, die Spätfolgen sind Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang zu spüren. Eine schmutzige Bombe dagegen ist ein konventioneller Sprengsatz, dem radioaktives Material beigemischt wird. Dieses Material hat keinerlei Einfluß auf die Stärke der Explosion. Der tödliche Einflußbereich liegt durch die Explosion also im Bereich weniger Meter bis zu einigen zehn Metern, im Innern von Gebäuden naturgemäß höher als außerhalb. Das nukleare Material der schmutzigen Bombe soll durch radioaktive Strahlung, die durch die Explosion "großräumig" verteilt wird töten. Menge und Intensität der Strahlung sowie der Radius der Ausbreitung ist nicht annähernd vergleichbar mit den Folgen der Explosion einer atomaren Massenvernichtungswaffe. Zur Wirksamkeit des Prinzips kommen wir später noch.

Zwischen den Zeilen: Die Gefahr durch die schmutzige Bombe wird stark dramatisiert, sie wird in die Nähe von Massenvernichtungswaffen gerückt. Der medienpräsente Atomstreit mit dem Iran wird als Aufhänger genommen.

Auf die Frage nach Hinweisen auf Pläne für solche Anschläge bei uns antwortet der Minister (aus gutem Grunde) ausweichend:

Daß in Kreisen terroristischer Aggressoren - das weiß man, aus vielem, was man im Internet und sonstwo abfangen kann - solche mehr oder weniger perversen Überlegungen angestellt werden, ist leider nicht von der Hand zu weisen.

Die schwammige Formulierung verschleiert, daß es keinerlei geheimdienstliche Erkenntnisse über eine konkrete Bedrohung gibt (wie an anderer Stelle immer wieder gerne betont wird). Die Formulierung "im Internet oder sonstwo abfangen" stellt eine Nähe zu Vorstellungen geheimdienstlicher Arbeit her, die mehr an britische Filme über die Spione im zweiten Weltkrieg erinnert. Das klingt natürlich weit dramatischer, als zu sagen, daß entsprechende Diskussionen problemlos auf radikalen Websites nachzulesen sind. Die Überwachungsmaßnahmen, die allerorten gefordert und durchgestezt werden taugen nämlich gar nicht dazu, derlei Pläne auch nur im entferntesten im Voraus erkennen zu können.

Zwischen den Zeilen: Der Überwachung des Internets wird ein übertriebener Stellenwert eingeräumt. Die Tatsache, daß keine konkreten Hinweise vorliegen wird durch eine dramatische Formulierung ins Gegenteil verdreht.



Neben den umstrittenen Plänen zum Einsatz der Bundeswehr im Innern kommt das Thema auf die Atomwaffenforderung des Bundesverteidigungsministers a.D. Rupert Scholz. Ich möchte dieses Zitat als positives Beispiel nicht unerwähnt lassen (bevor ich danach die Legende der schmutzigen Bombe demontiere):

Ich weiß nicht genau, ob er das so gesagt hat. Ich jedenfalls bin entschieden der Überzeugung, daß die Bundesrepublik Deutschland dabei bleiben sollte, das nicht zu tun.

DANKE!



Nun nocheinmal zurück zur schmutzigen Bombe. Wie ich oben ja schon erörterte, hat das Funktionsprinzip mit dem einer Kernwaffe nichts zu tun, es entspricht eher dem Funktionsprinzip einer Nagelbombe: Die Wirkung der Explosion durch Änderungen an der Bauart zwecks tötlicherer Wirkung verstärken.

Ob und wie das in einem Maße stattfinden könnte, der eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, haben neben Politikern, die versuchen bestimmte Interessen durchzusetzen, auch schon Leute untersucht, die etwas davon verstehen. Und auch nicht irgendwelche Leute, die selbst politische Interessen verfolgen, indem sie die Gefahr aufplustern oder herunterspielen, zum Beispiel hat es das Bundesamt für Strahlenschutz einem Papier getan.

Das BfS kommt in seiner Analyse zu dem Ergebnis, daß außer Plutonium-239 kaum ein Material geeignet wäre, eine akut schädliche Radioaktivität, vor allem in einem größeren Umkreis als wenigen Metern, zu verbreiten. Während man all die (in diesem Zusammenhang) ungefährlichen Strahlungsquellen aus medizinischen Anlagen, Anlagen zur Bestrahlung von Lebensmitteln etc. relativ unbemerkt sammeln könnte, handelt es sich bei Plutonium-239 um ein künstlich hergestelltes Isotop, das seine Verwendung im Bau von Atomwaffen findet. Plutonium ist relativ giftig und es ist ein starker Alpha-Strahler. Alpha-Strahlung wiederum ist im wesentlichen gefährlich, wenn der Strahler in den Körper gelangt, sonst wir die Strahlung durch die Haut abgeschirmt. Gelangt Plutonium in den Körper, setzt es sich dort, wie alle Schwermetalle, für eine lange Zeit fest und verursacht dadurch seine verheerende Wirkung. Es reicht also nicht, daß man ein paar Klümpchen außen an die Bombe klebt, man müßte versuchen, einen möglichst feinen Staub zu erzeugen un diesen mit der Explosion effektiv zu verbreiten. Nicht unmöglich, aber auch alles andere als einfach.

Kommen wir jetzt zur Beschaffung. Plutonium-239 wird in einem aufwändigen Prozeß als künstliches Isotop in Kernreaktoren hergestellt. Das kann aber auch kein gewöhnlicher Kernreaktor, es sind spezielle Brutreaktoren, bei denen in einem speziellen Verfahren die weitere Umwandlung in Plutonium-240 verhindert wird. Das Geheimnis hinter den "Atomanlagen zur Herstellung kernwaffentauglichen Materials", an denen viele Staaten sich jahrzehntelang versuchten. Und auch dann müssen genügend Rohmaterialien zur Verfügung stehen. Der Prozeß ist komplex, die Ausbeute gering, das Rohmaterial selten. Neben den diversen anderen technischen Problemem bei der kontrollierten Zündung einer Atombombe gehört dies mit zu dem Hauptproblemen bei der Herstellung von Kernwaffen.

Angenommen ein Staat wie der iran ist nun in der Lage, in Atomanlagen waffenfähiges Plutonium herzustellen - würden sie dieses kostbare Material auf dem Weg zur Bombe Terroristen in die Hand geben, die damit vielleicht 100 Leute bei einem Anschlag töten könnten, wenn sie es denn soweit schafften? Immerhin sind Handling in Transport ausreichender Mengen auch noch unbemerkt zu bewerkstelligen. Und aus der Sicht von Terroristen: Das Material ist schwer zu beschaffen und äußerst teuer. Um eine Entdeckung zu evrhindern sind Schutzmaßnahmen beim Transport von Nöten, die ihrerseits die Gefahr einer Entdeckung erhöhen (und damit die Gefahr, das kostbare Material ohne Wirkung zu verlieren). Und der ganze Aufwand, um eine Wirkung zu erzielen, die man unter Umständen mit der Ausbringungen toxischer Materialien (Pflanzenschutzmittel, Rattengift - was weiß ich) vermutlich ebenso erzielen könnte.

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Montag, 23.01.2006 - 23:50

Kuschelpolitik

Nach Chiracs Äußerungen über die nukleare Option gegen Terrorstaaten war nicht nur ich, sondern neben mir auch viele andere in diesem Land gelinde gesagt irritiert.

Um aber keine Konfrontation heraufzubeschwören hat Frau Merkel bei Chirac gleich mal klargestellt, daß sie eigentlich gar nicht verstehen kann, warum darum überhaupt so eine Diskussion stattfindet.

Irgendwie erinnert mich das an den Antrittsbesuch in den USA. Erst ein paar Töne spucken wegen Guantanamo, aber beim dummen Bush dann brav die Klappe halten.

Die Kritik an Russlands Präsident Putin war durchaus berechtigt und es ist gut, daß die diffizilen Themen dort auch angesprochen wurden. Aber die Aufteilung, wer (in direkter Konfrontation) Kritik bekommt und wer nicht, die erinnert mich stark an althergebrachtes Block-Denken.

Gewählt hab ich sie zwar nicht gewählt, aber gerettet hat's mich leider auch nicht. Offiziell vertritt sie da auch mich.

Stell Dir vor, Du bist Deutschland - und keiner hört hin.

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Donnerstag, 19.01.2006 - 17:18

Die nukleare Option

"CHIRAC DROHT TERRORSTAATEN MIT ATOMBOMBE" flimmerte es beim Zappen auf den diversen Nachrichtensendern durch die Laufleiste am unteren Bildschirmrand.

Ja Hallo? Geht's noch?

Spätestens an dieser Stelle müßte jeder, der gegen den bösen Westen kämpft, vollends von seinem Recht zu diesem Kampf überzeugt sein.

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle nach Frankreich. Das war bestimmt ein großer Schritt in Richtung einer friedlichen Welt.

Idioten.

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Dienstag, 27.12.2005 - 16:07

Hat dem Mann denn niemand gesagt...

Die üblichen 100 Tage, nach denen die bis dahin geleistete Arbeit einer neuen Regierung beurteilt zu werden pflegt, sind zwar noch nicht abgelaufen, aber bei dem Tempo, das die große Enttäuschung Koalition an den Tag legt in Bezug auf glänzende Ideen für unsere Zukunft, erlaube ich mir bereits jetzt mal den ein oder anderen Kommentar.

Zunächst sei da mal der Herr Schäuble, seines Zeichens neuer Innenminister. Glaubten wir bei Schily schon, es könne kaum schlimmer werden in Bezug auf sinnlose, unnütze und dumme Ideen "zum Schutz vor dem Terror", hat dieser grisgrämige verbitterterte Kauz ja gleich richtig zugeschlagen mit seinen Ideen von der Verwendbarkeit von durch Folter erpreßten Geständnissen. Nein, natürlich will hier niemand selbst Foltern. Ja hat dem Mann denn niemand gesagt, daß Outsorcing absolut out ist? Was soll das sein? Folter, aber nur so ein bischen? Wenn, dann doch bitte richtig - unterstützen wir die deutsche Wirtschaft, vergeben wir die Folteraufträge doch lieber im Land. Kann man bestimmt auch prima Fernsehshows draus machen - inklusive SMS-Gewinnspiel zum großen Finale mit HexenTerroristen-Verbrennung!

Dann die Aktion mit den Mautbrücken, die wir zur Fahndung einsetzen sollten. Um irgendwelchen Bedenken entgegenzutreten, daß das Erstellen unendlicher Mengen von Bewegungsprofilen (England macht's ja vor) jeglicher Sinnhaftigkeit entbehrt, aber große Mengen persönlicher Daten erzeugt, sind rein zufällig in der Presse in kurzer Folge Fälle aufgetaucht, wo's doch ach so viel gebracht hätte. Also nicht, daß es eines der Opfer geschützt hätte. Aber man hätte den Täter nicht nur gefaßt, man hätte ihn sogar gefaßt. Also nachweislich hätte man mit Hilfe der Mautbrücken-Überwachungsmaschinerie wirklich, ehrlich das gleiche Ergebnis erreicht, wie ohne. Allerdings mit dem großen Vorteil, daß man gleich mal Bewegungsdaten von tausenden Unbeteiligten aufgezeichnet hätte. Beeindruckend! Überzeugend!

Ein jauchzendes Juchee entfuhr unserer neuen Regierung, nicht der geringste Zweifel war zu erkennen, von Widerspruch gar ganz zu schweigen, als in Brüssel die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten aller Art abgesegnet wurde. verstanden hat's vermutlich eh niemand so recht, was da passiert und weil's den Staat ja nichts kostet, sondern nur die Unternehmen, war's sicherlich auch ganz einfach zuzustimmen. Mein Vorschlag: Wir speichern diese Daten unbegrenzt. Auf Papier. Das wird in den Büros derer gelagert, die diese Entscheidung zu verantworten haben. Und wenn uns die Bäume für die Papierherstellung ausgehen - kein Problem, wir lagern an vorgenannter Stelle auch gerne gravierte Steinplatten ein. Ich würd's jetzt nicht direkt einmauern nennen, wenn wir die Verantwortunglslosenlichen vorher in ihre Büros bitten. Der Effekt ist aber der gleiche. Und eines ist sicher: 3-5 Tage Vorratsdatenspeicherung auf diesem Wege und keiner der Vorgenannten wird jemals wieder auf so eine dumme Idee kommen.

Drei Highlights in nichtmal zwei Monaten. Nicht schlecht. Die packen wirklich was an. Einen Karren, der über dem Abgrund hängt, von hinten anzuschieben, anstatt die Richtung zu ändern, klingt für mich aber eher nach blindem Aktionismus. Naja, so ein Absturz hat aber auch was Gutes: Für eine begrenzte Zeit geht's schnell voran...

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Sonntag, 20.11.2005 - 15:48

Ein Aquarium für Philoso-Fische

Ein Gesprächsfetzen aus der Sauna hat mich zu diesem Eintrag inspiriert. In einer Unterhaltung sagte ein Saunagast, er habe das Gefühl, die Entwicklung habe sich verlangsamt oder zumindest verändert. Es gäbe doch nichts neues mehr, es würden nur vorhandene Dinge weiterentwickelt. Leider ergab es sich für mich nicht, mich an der Diskussion zu beteiligen, aber zum drüber Nachdenken hat es mich natürlich angeregt, denn dieses Gefühl, da käme ja nichts wirklich grpßes, nichts neues mehr, das kenne ich - und vermutlich viele andere auch. Wenn man zurück denkt, wie die Entwicklungen der letzten 2 Jahrhunderte das Leben verändert haben: Das Auto, später das Flugzeug, die die Mobilität der Menschen wesentlich beeinflußten und die Welt schrumpfen ließen. Die Menschen sind zum Mond aufgebrochen. Das elektrische Licht wurde erfunden, der Kühlschrank und das Telefon. Und natürlich der Computer. Aber welche große Entdeckung gab es in den letzten 20 Jahren?

Natürlich läßt sich dieses gefühlte Stehenbleiben zunächst einmal entkräften: Zwischen diesen Entwicklungen lagen teils viele Jahrzehnte. Und wenn man die einzelnen Dinge betrachtet, waren sie auch nicht revulotionär neu, sondern eine Weiterentwicklung anderer Erfindungen, deren konsequenter Einsatz. Das Auto? Schon vorher hatte man mit Dampfmaschinen auf Rädern experimentiert. Aber erst der Verbrennungsmotor brachte eine Praxistauglichkeit mit sich. Von Lilienthal über die Wrights zu heutigen Verkehrsflugzeugen war eine gigantische Reihe von kleinen Entwicklungen, die nach und nach zusammengefügt wurden. Von der Entdeckung elektrischen Stroms bis zu seiner sinnvollen Anwendung dauerte es Ewigkeiten.

Und genau da liegt das Dilemma, was das Gefühl, es ginge nicht voran auslöst: Als Carl Benz 1886 das erste mal mit seinem langsamen, lauten Gefährt durch Mannheim fuhr, konnte niemand voraussehen, daß wir jemals ein Wort wie Individualverkehr brauchen würden und mit 250 km/h durch die Gegend fahren würden. Geschweige denn, daß einies Tages so viele Leute ein Automobil besäßen, daß man die 250 km/h zwar theoretisch erreichen könnte, in der Praxis aber oft stand. Als Konrad Zuse an seinen Rechenmaschinen schraubte, ahnte niemand, daß deren Nachfahren uns die Mondlandung ermöglichen würden oder das Internet. Als Reis, Meucci und Bell mit den frühen Telefonapparaten hantierten, hatten sie eine Weiterentwicklung des Morsetelegrafen im Sinn, die Sprache übertrug - aber sicher kein digitales Telefonnetz, kein Handy und keine ständige Erreichbarkeit der kompletten Einwohnerschaften ganzer Erdteile.

Wie sollen wir also heute wissen, welches die Entwicklungen sein werden, die in den kommenden 30, 40 oder 50 Jahren unser Leben verändern werden. Selbst wenn wir darüber lesen oder diese Erfindungen im Fernsehen sehen, wer von uns wäre in der Lage, das Potential zu erkennen? In den meisten Fällen werden wir vermutlich heute dastehen und denken "Verrückt! Wer braucht das?", wenn wir diese Dinge überhaupt wahrnehmen. Die wahren Erfinder waren ihrer Zeit meist voraus oder sie kannten das Potential ihrer Entdeckungen noch nichteinmal selbst.

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Mittwoch, 09.11.2005 - 22:22

Wird das immer so bleiben?

Die 80er Jahre waren nicht einfach ein buntes Spektakel mit Fönfrisuren. Die 80er waren meine Zeit. Atomkraft - nein danke!, Greenpeace, Kreuzberg und die Hausbesetzer. Um Insulaner zu sein, brauchte man damals kein Wasser, dazu mußte man einfach in Berlin (West) leben. Und dann gab es da natürlich die Musik. Natürlich war es die intesivste Zeit meines Heranwachsens, vielleicht die intensivste meines bisherigen Lebens und mit der Musik verknüpfe ich natürlich Gefühle und Erinnerungen wie mit der Musik keiner anderen Zeit. Aber wenn ich mir anschaue, daß es in den 90ern die 80er in waren. 2000 waren sie's und heute sind sie es immernoch oder schon wieder, dann können es nicht nur die 30- bis 40-jährigen sein, dann muß diese Epoche noch mehr Leute beeindruckt haben. Oder es gab einfach die bessere Musik.

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Montag, 19.09.2005 - 09:36

Deutschland hatte (k)eine Wahl

Das war sie nun also, die Bundestagswahl 2005. Und ich muß sagen, der Vorgang hat an Spannung nichts verloren bei diesem Ergebnis. Besonders amüsant (um verantwortliches Handeln ging es gestern nicht, oder?) war ja, was nach der Wahl, sprich nach den ersten Hochrechnung passierte. Jeder hat gewonnen!

Die CDU: Ist trotz herber Verluste und trotz eines Ergebnisses, das weit hinter den eigenen Zielen und zwischenzeitigen Umfragen lag, stärkste Fraktion geworden. Das aber auch nur ganz knapp. Frau Merkel, von dem von ihnen herbeigeredeten eindeutigen Auftrag des Wählers kann ich ehrlichgesagt nichts sehen. Es mag sich ein formaler Führungsanspruch ergeben, weil sie ein Prozent stärker waren als die zweitstärkste Partei und nach bisherigen Ergebnissen unter Umständen drei Sitze mehr im Bundestag haben. Ein realer Führungsanspruch erwächst - gerade bei den angestrebten Reformen - allerdings aus einer Mehrheitim Parlament, die sie mit dem (oder den) Koalitionspartner(n) zustande bringen, nicht aus einem formalen Zahlenspiel. Und die ist vor allen Koalitionsverhandlungen ersteinmal in weiter Ferne.

Die SPD: Begründet ihren Führungsanspruch aus einem Trend, der sich aus den letzten Prognosen ergibt. Ein verdammt schlechtes Ergebnis wird schön geredet, weil es noch schlechter hätte sein können. Herr Schröder, ein klarer Regierungsauftrag ist bei Ihnen genausowenig zu sehen, wie bei Frau Merkel. Da hilft kein Verweis auf Umfragen, nach denen sie beliebter sind als Frau Merkel und auch nicht der Versuch, die Ergebnisse von CDU und CSU voneinander zu trennen, um die SPD als stärkste Partei zu sehen.

Die FDP: Ist unglaublich stolz, auch wenn die psychologisch wichtige Marke von 10% letztlich doch nicht durchbrochen worden zu sein scheint. Sicher, eine gute Leistung. Mit der strikten Festlegung auf die CDU/CSU als Koalitionspartner hilft das allerdings nur wenig. Und auch, wenn die schwarz-gelb-grüne Koalition jetzt in den Mittelpunkt des Interesses rückt (alles andere wurde ja gestern lauthals ausgeschlossen), dann bedeutet das, daß der Sieg im wesentlichen auf dem Papier besteht. Den kategorischen Ausschluß der Ampel finde ich interessant vor dem Hintergrund von Fragen wie innerer Sicherheit und Bürgerrechte. Auch der Zuspruch zu Kirchhofs Steuermodell war in der FDP ja eher ... verhalten. Seid ihr eigentlich wirklich sicher, daß ihr politisch wesentlich weiter von der SPD entfernt seid als von der CDU?

Die Linke.PDS: Hat zwar erhebliche Prozente erreichen können, letztlich stellt sich allerdings die Frage, ob uns das irgendwie vorwärts bringt. Noch kenne ich keine Analysen, wem ihr die Wähler geklaut habt, geschweige denn, daß jemand weiß, was sie sonst gewählt hätten. Die Vermutung steht natürlich dennoch im Raum, daß ausgerechnet diese Partei dafür gesorgt hat, daß eine CDU-geführte Regierung nach derzeitigem Dafürhalten nicht gänzlich unwahrscheinlich ist. Und das beim Ziel schwarz-gelb auf jeden Fall zu verhindern.

Die Grünen: Freuen sich, daß sie ein stabiles Ergebnis erzielt haben und können sich gemütlich zurücklehnen. Nach den bisherigen Aussagen der Parteien zu möglichen Koalitionen könnten sie darüber entscheiden, ob schwarz-gelb zu genügend Zugeständnissen bereit ist oder aber ob man die ganze Veranstaltung sprengt und es auf eine weitere Wahl ankommen läßt.



Abgesehen von all diesen Punkten hat diese Wahl auch sehr positive Aspekte gehabt. Zum Beispiel, daß die rechtsextremen Parteien keine Rolle spielen konnten. Liebes Volk, laß Dir nicht vorwerfen, Du hättest falsch gewählt. Blödsinn!

FÜr mich persönlich heißt das: Ich sehe noch eine Chance, ohne Herrn Becksteins dumme Ideen leben zu dürfen. Ich kann weiter hoffen, daß sich Deutschland bei Dingen wie dem Irakkrieg so gut wie möglich heraushält. Und vieleicht darf ich sogar bald nocheinmal wählen.

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Samstag, 11.06.2005 - 14:33

Da wundert mich garnix

Da mußte ich gerade auf Spiegel Online das folgende lesen:

Musikbranche verzeichnet drastischen Einbruch

Überraschend ist das Musikgeschäft in Deutschland in den vergangenen Monaten eingebrochen. Wie mehrere Musikkonzerne dem SPIEGEL bestätigen, verkauften im Mai die Plattenfirmen neun Prozent weniger CDs als im Vorjahresmonat, im April sogar fast 13 Prozent weniger.



Tja, liebe Musikindustrie, so ist das eben, wenn der Herr Brandes - und vermutlich noch diverse andere - die eigenen Produkte nicht mehr in die Charts kaufen...

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Samstag, 07.05.2005 - 22:11

Dreister Abzockversuch

Mein Zweithandy hab ich nicht imemr an, es kommt auch mal vor, daß ich es ein oder zwei Tage gar nicht anhabe. Als ich es vorgestern einschaltete, piepste kurz danach eine SMS von einer mit unbekannten Handynummer (0162-Vorwahl). Wegen des Hantierens mit mehreren Handy kommt das schonmal vor. Die SMS enthielt folgenden Text: "Huhu, ist meine SMS nicht angekommen oder warum meldest du dich nicht? Ich wollte Dich eigentlich was fragen. ;-)" - Nun, ich dachte mir nicht viel dabei, kann ja in so einer Situation schonmal vorkommen, daß ich eine SMS verpasse, die zum Beispiel mit 24-Stunden-Timeout gesendet wurde. Also schrieb ich zurück: "Hallo, wer ist denn da?". Einige Zeit später kam eine Antwort: "Man sagt, träume sind schäume, bist du bereit, dem schaum auf die pelle zu rücken, damit die träume wieder wirklichkeit werden können ?" - Absendenummer: 83866! Mein Handy zeigt zum Glück die Nummer gleich mit der SMS an, nicht erst unten drunter, so daß mir dieser absolut dreiste Versuch, mir eine SMS an eine teure Sondernummer abzuluchsen sofort auffiel. Natürlich sendete ich keine Antwort. Nach einer halben Stunde kam dann (auch wieder mit der 83866 als Absendernummer) noch eine SMS: "Keine Zeit mehr?" Kein Hinweis auf die Kosten, Kontaktaufnahme zuerst mit einer normalen Nummer - ein klarer Betrugsversuch, der nicht den Regeln der RegTP entspricht. Wenn ich etwas Zeit finde, hoffe ich in der kommenden Woche diesen Vorfall den zuständigen Stellen bekannt machen zu können.

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Dienstag, 03.05.2005 - 22:46

Everything to go

Es gibt keinen Kaffee mehr zum Mitnehmen - wir haben Coffee to go!. Eine Zeitung, deren (physikalisches) Format für öffentliche Verkehrsmittel taugt? Zeitung to go!. Stulle mit Brot ist jetzt Breakfast to go!. Was lernen wir daraus? Heute gibt es alles to go und neu ist das meiste einfach nicht. Aber eins hat mir dann doch die Sprache verschlagen:

Botox to go
Botox to go!


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Mittwoch, 27.04.2005 - 09:14

Konzept "Sicherheit" nicht verstanden

So ein Umzug ist immer eine stressige Sache, bei der viele Dinge transportiert werden müssen. Ein Umzug eines Rechenzentrums erst recht. Naturgemäß finden Umzüge von Rechenzentren vornehmlich nachts statt, um Ausfallzeiten zu finden, die möglichst wenigen Leuten ein Problem bereiten. Soweit zur Vorgeschichte.

Es ist abends, mitten in der Woche, ca. halb elf. Die erste Fuhre von Rechnern ist fertig zum Umzug und wir bringen sie auf Rollwagen zum Auto. Der Pförtner grüßt freundlich, als wir das Haus verlassen, schließlich kennt er uns ja alle seit Jahren, weiß, wo wir arbeiten. Kein Problem.

Schnitt

Es ist die gleiche Nacht, ca. 2 Uhr früh. Das gleiche Bild, die nächste Fuhre Rechner wird aus unserem derzeitigen Rechenzentrum ins Neue transportiert. Derselbe Pförtner hält uns am Ausgang auf: "Also vorhin ging das ja noch, aber um die Uhrzeit da muß ich das eintragena, wenn Sie hier Computerequipment raustragen! Da bräuchte ich mal einen Ausweis!". Wir sind irritiert, halten das zunächst für einen Scherz - es ist keiner. Beruhigend ist der vielsagende Blick der Kollegin des Pförtners, nachdem dieser ihr den Ausweis weiterreicht und dann zum Rundgang im Haus verschwindet.

Ich habe sicherlich kein Problem damit, daß ein Pförtner seine Aufgabe gewissenhaft erfüllt und wachsam ist. Aber wo liegt der Sinn, wenn ich abends um halb elf problemlos Rechner raustragen kann, weil ich ja bekannt bin, das um 2 aber nur noch gegen Vorlage des Ausweises darf?! Sicherheit kann nur funktionieren, wenn sie konsequent betrieben wird.

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