Tour zum StoppOmat Meißen

Samstag Morgen gegen halb neun trafen sich diverse Rennradler. Tom hatte zur Tour zum StoppOmat Meißen aufgerufen. StoppOmaten sind im wesentlichen zwei Stempelautomaten, einer am Beginn und einer am Ende einer definierten Strecke, die zur Freude der Rennradler oft mit einer netten Steigung gespickt ist. Es wird die Zeit an Start- und Endpunkt auf eine Karte gestempelt, man kann den Namen eintragen und die Zeiten werden dann auf der StoppOmat-Website veröffentlicht, was einen netten Konkurrenzkampf ergibt.

Wir waren 14 Leute, 13 Rennradler und ich mit meiner Rennliege. Die Fahrt ging nach Falkenberg (Elster), so daß vor dem StoppOmaten schon eine gut 75km lange Anfahrt stand. Es ging bis Meißen relativ flach auf schönen Straßen mit wenig Verkehr, einen großen Teil entlang der Elbe. Die wunderschöne Landschaft lenkte das ein oder andere mal vom Fahren ab, doch die Gruppe fuhr recht harmonisch zusammen. Ich hielt mich anfangs meist am Ende auf, auch weil ich mich erstmal mit meinem neuen Spielzeug, dem Garmin Edge 705, und seiner Navigation anfreunden mußte. Später traut mich mich dann auch streckenweise vorweg zu fahren, nur in den Orten mit vielen Abbiegungen überließ ich die Führung dann erfahreneren Leuten.

In Meißen erwartete uns nach der Elbüberquerung der erste Anstieg. Ich hatte mit dem M5 Lowracer noch nie mehr als die Steigungen der Havelchaussee überwunden und so war ich mir nicht sicher, ob es denn funktionieren würde. Auf der ersten knackigen Steigung stellte sich heraus: 12-14% Steigung sind (über begrenzte Zeit) machbar, nur enge Kurven darf es da nicht geben: Mit der Rennliege kommt man um enge Kurven nur mit genügend Geschwindigkeit. Im Schleichgang bei kräftigem Treten auf Kopfsteinpflaster stoppt einen die Kurve. Zu meiner Überraschug konnte ich auf den ca. 10% nach der Kurve noch immer anfahren, so daß ich den Anschluß nicht allzu sehr verlor (und zwei Leute kamen auch noch nach mir oben an).

Hinter jede fiese Steigung hat man ja zum Glück eine belohnende Abfahrt gesetzt, so daß ich anschließend in Richtung Constappel lediglich Sorge hatte, ob die Bremsen den Spaß mitmachen würden. Machten sie. Zum Glück.

In Constappel steht der StoppOmat. Aufgrund der Erfahrungen vorher verzichtete ich auf das Ziehen einer Karte, ich dachte mir, ich kann froh sein, wenn ich überhaupt fahrend oben ankäme. So startete ich als erster auf die viereinhalb Kilometer lange Strecke. Irgendwo wurde ich dann vom ersten (Peter) und vom zweiten (Andreas) Rennradler überholt, die den Berg wie die Irren hochholzten, da hatte ich wahrlich mit meinem schweren Stahlrenner keine Chancen. Und kurz vor dem Ende der Strecke sprang beim Schalten auch noch die Kette von der Umlenkrolle ab, was mich sicher ein bis zwei Minuten kostete. Zu meiner Überraschung wurde ich nicht weiter überholt, ich weiß aber nicht, mit wieviel Abstand die nachfolgende Starter losgefahren sind.

Gestempelt hatte ich nicht, laut GPS-Log hab ich 14:37 Minuten für sie Strecke gebraucht. Ohne technische Probleme wären also sicherlich 13 Minuten drin. Mit der Zeit wäre ich zwischen den Anwesenden noch nichtmal so wahnsinnig negativ aufgefallen. Muß ich wohl irgendwann nochmal probieren – es finden sich sicherlich ein bis zwei Mitstreiter.

In Klipphausen stellten wir fest, daß die geplante Gaststätte geschlossen hatte, wir warteten noch kurz auf zwei Leute, die die Stopp-O-Mat-Strecke zweimal gefahren sind – einmal ganz leicht und einmal mit ihren Utensilien. Nachdem es da aber Kommunikationsprobleme gab entschieden wir, in Richtung Meißen zu fahren und dort einen SMS (SuperMarkt-Stopp) vorzunehmen. Zwischen uns und Meißen lag noch eine ziemlich heftige Abfahrt über eine kleine Straße mit mäßigem Belag und die Umfahrung einer Baustelle. In Meißen am Lidl mit Bäcker gab es schließlich die verdiente Pause mit Energiezufuhr und unsere beiden verlorenen Mitfahrer fanden sich auch wieder an.

Auf einer leicht abgewandelten Strecke (gegenüber der Hinfahrt) ging es dann nach Falkenberg (Elster) zurück. Ca. 15km vor dem Bahnhof kam eine graue Wolke, die uns mit dunklem Grollen und hellen Blitzen darauf aufmerksam machte, was sie in sich hatte. Das Tempo zog etwas an und so schafften wir es, mit nur wenigen Regentropfen am Bahnhof anzukommen – kurz nach dem Eintreffen dort fing es dann aber richtig an. Ein Teil der Gruppe versorgte sich im örtlichen Supermarkt, ich ging mit ein paar anderen zur Pizzeria, wo nicht nur wir, sondern auch unsere Räder trocken standen.

Die Rückfahrt war wieder pünktlich und problemlos. Eine schöe Tour. Fast 170km mit einem 28,8er Nettoschnitt standen am Ende auf dem Tacho – und kumuliert gute 1000  Höhenmeter.

8 Gedanken zu „Tour zum StoppOmat Meißen“

  1. Wie immer eine schöner Bericht. Auf der Meta-Ebene erlaube ich mir die Frage warum Deine Blogeinträge in meinem RSS-Reader immer nur gekürzt erscheinen. Werbung hast Du ja auf der Webseite nicht, also entfällt das Argument. Ich frage deshalb, weil ich mein Internet-Lesestoff hauptsächlich über RSS-Reader besorge um diese an externen Geräten (iPad, Kindle) weiterzuleiten.

    Ausserdem erscheint als Titel im Browser immer ein Fragezeichen in Rautenform, hier in diesem Fall „Sysadmin by Bike Tour nach…“. Ist das Absicht?

    1. Das mit dem komischen Zeichen im Header passiert, wenn ich den Page-Title im SEO Plugin nicht extra angebe. Werd das mal korrigieren nach und nach. Danke für den Tipp!
      RSS-Feed kommt aus einer Zeit, als eigentlich noch dran gedacht war, Werbung auf der Seite einzublenden. Mal sehen, ob ich Dir den Gefallen tue ;-)
      Ansonsten danke! Dein Artikel war wie imemr auch prima – lustig die jeweils etwas anderen Sichtweisen.

    1. Ooops ;-) Ja, der hatte keine Webadresse und eine recht allgemeine Mailadresse… Aber Georg hat erstmal auf Dich gematcht ;-) Naja, aber er hatte ja dennoch recht, irgendwie.

  2. Hallo, Olli!

    Ja, hat viel Spaß gemacht und das Wetter paßte ja auch fast bis zum Schluß!
    Daß Du mit Deiner Rennliege da hoch kommst, dafür hätte ich ja eh fast schon ne Wette angenommen…
    Naja, und die enge 180 Grad Kurve bei der doch recht „deftigen“ Steigung war ja eigentlich auch der einzige „Stopper“. Da kommst Du mit dem M5 halt nicht gut rum…
    Fazit: Jederzeit gerne wieder….

    Dein Bericht liest sich wie immer sehr gut!
    An dieser Stelle auch noch einmal Dank an Tom und an Dich für den netten Tourbericht!

    Bis zum nächten Mal,
    A.

  3. Hi Olli,
    lese Deinen Bericht erst jetzt, obwohl mich die Tour sehr interessiert hat. Wäre auch gerne mitgekommen, aber gerade an diesem Tag ging es überhaupt nicht. Vielleicht gibt’s ja eine Neuauflage der Tour.
    Bis denne!
    Norbert

  4. Wollte in keinen fremden Fusstapfen treten – Georg ist mein Avatar-Name. Nächstes mal verwende ich meinen richtigen Name, Zaphod Beeblebrox (aber das kann leider niemand merken).

  5. Danke, dass Du die RSS-Feeds jetzt in voller Länge fütterst. Das ist ja ein schneller Service. Und falls Du je an Werbung denken solltest, hätte ich auch Verständnis dafür.

    Übrigens, schon an das Micropayment-System flattr gedacht?

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