SPEZI 2017

Auch wenn ich in diesem Jahr nicht mit dem Rad anreisen oder weiterreisen konnte, so schaffte ich es doch zumindest mit der Bahn nach Süddeutschland. Am Freitag Abend gab es das traditionelle Beisammensein bei Hanno, auch wenn wir in kleinerer Runde als üblich waren.

Velomobile vor der SPEZI
Velomobile vor der SPEZI

Am Samstag morgen ging es dann weiter nach Germersheim. Ich hatte noch Glück mit der Schlange an den Kassen, nur 15 min später stand die Schlange schon bis vor die Halle. Zuerst verschaffte ich mir einen guten Überblick, natürlich traf ich schon auf jede Menge bekannter Gesichter, darunter das Team von Laid Back Bike Report um Gary Solomon.

In diesem Jahr meinte es das Wetter gut mit der SPEZI: Kein Regen, passable Temperaturen und ab und zu blitzte die Sonne durch die Wolken. Das schlägt sich nicht  nur in der Stimmung der Besucher wieder, sondern macht auch das Aussengelände interessanter, vor allem die Aktivitäten der auf der SPEZI in großem Maße vorhandenen Tüftler und Selbstbauer.

Aber nun zu den für mich interessanten Punkten dieses Jahres.

Aus Trikes werden Quads

Quatro Quest
Quatro Quest

Bei Trikes, wie auch bei den Velomobilen zeichnet sich der Trend ab, statt drei auf vier Räder zu setzen. Aus den Trikes werden damit in aller Regel Zweispurer, was speziell bei Schnee oder im Gelände von Vorteil ist. Bei den vierrädrigen Velomobilen erhöht sich die Anzahl der Spuren meist auf vier, was der Form geschuldet ist, aber auf Asphalt nicht so stark ins Gewicht fallen dürfte. Die beiden großen Vorteile, die sich beim Velomobil ergeben, sind zum einen ein stabileres Fahrverhalten, gerade in Kurven, und zum anderen mehr Platz für Einkäufe oder Gepäck, der vor allem auch leichter zugreifbar ist.

Einspurer

Wolf&Wolf AlpenTourer 1
Wolf&Wolf AlpenTourer 1

Die Firma Wolf&Wolf aus der Schweiz, bisher nicht auf meinem Radar, hatte eine rein einspurige Liegerad-Produktpalette im Programm – bemerkenswert, haben doch fast alle Hersteller mittlerweile auf Trikes gesetzt, da diese deutlich mehr Umsatz generieren. Umso mehr freute es mich, dort etwas Bewegung zu sehen. Der Alpentourer von Wolf&Wolf punktet durch sein Gewicht, unter 15kg ist für ein Rieseliegerad durchaus respektabel. Man verzichtet auf eine Federung, stattdessen wurde die Konstruktion so ausgelegt, daß man mit relativ dicken Reifen fahren kann, die anstatt einer Federung wirken. Die Rahmenkonstruktion ist interessant und durchdacht, zum Beispiel ist der (Netz-)Sitz Teil des Rahmens. Gepäck kann man einhängen, auch unter dem Sitz bietet sich die Möglichkeit, zum Beispiel einen 20l-Ortliebsack oder ein Zelt zu verstauen. Komplettiert wird das ganze durch eine Monofork, eine einseitige Vorderradgabel, die Platz für eine relativ gerade Kettenlinie schafft.

Holz

Bambus-Liegerad aus Frankreich
Bambus-Liegerad aus Frankreich

Wie schon auf der Fahrradschau, so waren auch auf der Spezi ein paar Holzräder vertreten. Ein Velomobil, aber vor allem eine französische Eigenkonstruktion aus Bambus und Hanfverstärktem Kunststoff, die bis hin zu den Radsätzen in weiten Teilen dem Material treu blieb. Das Rad war definitiv ein Eyecatcher. Als Knicklenker eventuell nicht jedermanns Sache, aber für geübte dafür problemlos freihändig zu fahren, auch unter schweren Bedingungen.

Berliner Fahrradschau – Holz

Neu ist das Thema vielleicht nicht ganz, aber der Werkstoff Holz erobert immer mehr Raum im Fahrradbau und auf der Fahrradschau. Gab es vor einigen Jahren nur vereinzelt Applikationen und einige Bambusräder, so sind heute diverse Anbieter vertreten, die sich dem Thema vollständig verschrieben haben.

Bikeologic
Bikeologic

Interessant sind für mich die unterschiedlichen Formen. Bikeologic orientiert sich eher am Design von Laufrädern für Kinder, fertigt dafür ander bis hin zum Lenker, Gepäckträger und der Gabel aus Holz.

MyEsel
MyEsel

Die Firma MyEsel nutzt die Verbindung von Holz und herkömmlichen Komponenten und sieht neben den Materialeigenschaften vor allem die individuelle Anfertigung angepasster Rahmengrößen als großen Vorteil.

XXXteam
XXXteam

Wieder andere, wie aceTeam Berlin, bieten klassische Rahmenformen, teils als E-Bike wahlweise aus lokalen Materialien (vorwiegend Esche, teils Birke) oder aus Bambus, wobei die Rahmen dann in den Herkunftsländern hergestellt werden.

Griffe aus Holz oder Naben mit Holzfurnier gibt es, um die Optik abzurunden oder sein herkömmliches Rad damit optisch aufzuwerten.

Berliner Fahrradschau – 1st Impression

Gefühlt wächst die Messe, das viele Englisch um einen herum wirkt auch mächtig international. Bewusst hatte ich mir den Freitag Abend für einen ersten Überblick gewählt, in der Hoffnung, es sei ruhiger als am Samstag. Leer ist es nicht, aber die Fahrradschau ist hinreichend aufgelockert gebaut, so dass es nicht überlaufen wirkt. Wie es am Samstag aussieht, wird im nächsten Post verraten.

8bar bikes auf der Fahrradschau
8bar bikes auf der Fahrradschau

Die Fahrradschau ist eine hippe Messe. Lifestyle und wirklich schöne Fahrräder ziehen das entsprechende Publikum an, wer sich mehr für Technik als für Style interessiert kommt dennoch mittlerweile halbwegs auf seine Kosten.

Neben einem Überblick über die Stände traf ich mich noch mit einem Freund, gemeinsam genossen wir die entspannte Atmosphäre und sahen noch den Vortrag Cairo2Cape von Michael Strasser.

Kleineres Gepäck mit größerer Tasche

Voraussichtlich wird dieses Jahr eher mehrere kurze Touren bringen, die ursprüngliche Idee einer dreiwöchigen Tour mit kleinem Gepäck muss aller Wahrscheinlichkeit nach auf das kommende Jahr verschoben werden. Als die Idee einer langen, knackigen Tour im letzten Jahr entstand, plante ich, mit leichterem und kleinerem Gepäck auf Tour gehen. Um das möglichst effizient zu gestalten, wünschte ich mir zu Weihnachten eine neue Tasche.

Radical Extended (Seitenansicht)
Radical Extended (Seitenansicht)

Bisher fuhr ich ja Tages- und Feierabendtouren mit meiner kleinen Radical-Gepäckträgertasche. Diese ist zwar nicht wasserdicht, aber klein, leicht und unheimlich praktisch. Aber für viel mehr als bestenfalls eine Wochenend-Hoteltour ist da auch kein Platz (die PBP- und LEL-Fahrer unter meinen Lesern fallen an dieser Stelle vor Lachen vom Stuhl). Die kleinen Ortliebs sind dann schon wieder zu groß, zumal ich sie ungern einseitig fahre, wenn auf längeren Touren dann auch Schloß und Werkzeug mit dabei sein müssen. Was in der Ausrüstung fehlte, war der Mittelweg. Und diesen habe ich nun mit der Radical Design Toptasche Extended.

Radical Extended (von schräg vorn)
Radical Extended (von schräg vorn)

Diese bietet mehr Platz, ist aber schmal hinter dem Sitz. Im Gegensatz zur kleinen Radical wird sie mit zusätzlichen Gurten am Gepäckträger befestigt und rutscht so nicht so leicht auf die Seite. Sie bietet zwei leicht zugreifbare Flaschenfächer an den Seiten. Wie die meisten anderen Taschen von Radical Design ist sie nicht wasserdicht, auf längeren Touren mit nicht vorhersehbarem Wetter werde ich also mit einer wasserdichten Innentasche (ich bin kein Fan von Plastiktüten) hantieren müssen, das schafft allerdings auch ein wenig zusätzliche Ordnung.

Ich werde die Tasche zunächst nun also auf kleineren Touren testen müssen, ob sie meine Ansprüche erfüllen kann und die Praxis der Theorie entspricht. Als angenehm empfinde ich, dass die Tasche aerodynamisch günstig komplett hinter dem Sitz verschwindet, im Gegenzug wandert natürlich der Schwerpunkt gegenüber der Nutzung von Seitentaschen nach oben.

Blogpause … bald vorbei

Das Blog hat eine lange Pause gemacht. Natürlich bin ich zwischendurch auf meinen alltäglichen Strecken mit dem Rad unterwegs gewesen, aber spannende Reisen gab es nicht in der Wintersaison. Das Wetter wird besser, die vielen Dinge in anderen Bereichen des Lebens, die mich in den letzten Monaten in Anspruch nahmen, beginnen sich zu ordnen. Und die Berliner Fahrradschau steht natürlich auch vor der Tür, die ich als Anlass für mich nehme, wieder mehr Engagement in meine Touren und das Thema Fahrrad an sich zu stecken.

Ich bin wieder da 🙂