Berliner Fahrradschau – 1st Impression

Gefühlt wächst die Messe, das viele Englisch um einen herum wirkt auch mächtig international. Bewusst hatte ich mir den Freitag Abend für einen ersten Überblick gewählt, in der Hoffnung, es sei ruhiger als am Samstag. Leer ist es nicht, aber die Fahrradschau ist hinreichend aufgelockert gebaut, so dass es nicht überlaufen wirkt. Wie es am Samstag aussieht, wird im nächsten Post verraten.

8bar bikes auf der Fahrradschau
8bar bikes auf der Fahrradschau

Die Fahrradschau ist eine hippe Messe. Lifestyle und wirklich schöne Fahrräder ziehen das entsprechende Publikum an, wer sich mehr für Technik als für Style interessiert kommt dennoch mittlerweile halbwegs auf seine Kosten.

Neben einem Überblick über die Stände traf ich mich noch mit einem Freund, gemeinsam genossen wir die entspannte Atmosphäre und sahen noch den Vortrag Cairo2Cape von Michael Strasser.

Kleineres Gepäck mit größerer Tasche

Voraussichtlich wird dieses Jahr eher mehrere kurze Touren bringen, die ursprüngliche Idee einer dreiwöchigen Tour mit kleinem Gepäck muss aller Wahrscheinlichkeit nach auf das kommende Jahr verschoben werden. Als die Idee einer langen, knackigen Tour im letzten Jahr entstand, plante ich, mit leichterem und kleinerem Gepäck auf Tour gehen. Um das möglichst effizient zu gestalten, wünschte ich mir zu Weihnachten eine neue Tasche.

Radical Extended (Seitenansicht)
Radical Extended (Seitenansicht)

Bisher fuhr ich ja Tages- und Feierabendtouren mit meiner kleinen Radical-Gepäckträgertasche. Diese ist zwar nicht wasserdicht, aber klein, leicht und unheimlich praktisch. Aber für viel mehr als bestenfalls eine Wochenend-Hoteltour ist da auch kein Platz (die PBP- und LEL-Fahrer unter meinen Lesern fallen an dieser Stelle vor Lachen vom Stuhl). Die kleinen Ortliebs sind dann schon wieder zu groß, zumal ich sie ungern einseitig fahre, wenn auf längeren Touren dann auch Schloß und Werkzeug mit dabei sein müssen. Was in der Ausrüstung fehlte, war der Mittelweg. Und diesen habe ich nun mit der Radical Design Toptasche Extended.

Radical Extended (von schräg vorn)
Radical Extended (von schräg vorn)

Diese bietet mehr Platz, ist aber schmal hinter dem Sitz. Im Gegensatz zur kleinen Radical wird sie mit zusätzlichen Gurten am Gepäckträger befestigt und rutscht so nicht so leicht auf die Seite. Sie bietet zwei leicht zugreifbare Flaschenfächer an den Seiten. Wie die meisten anderen Taschen von Radical Design ist sie nicht wasserdicht, auf längeren Touren mit nicht vorhersehbarem Wetter werde ich also mit einer wasserdichten Innentasche (ich bin kein Fan von Plastiktüten) hantieren müssen, das schafft allerdings auch ein wenig zusätzliche Ordnung.

Ich werde die Tasche zunächst nun also auf kleineren Touren testen müssen, ob sie meine Ansprüche erfüllen kann und die Praxis der Theorie entspricht. Als angenehm empfinde ich, dass die Tasche aerodynamisch günstig komplett hinter dem Sitz verschwindet, im Gegenzug wandert natürlich der Schwerpunkt gegenüber der Nutzung von Seitentaschen nach oben.

Blogpause … bald vorbei

Das Blog hat eine lange Pause gemacht. Natürlich bin ich zwischendurch auf meinen alltäglichen Strecken mit dem Rad unterwegs gewesen, aber spannende Reisen gab es nicht in der Wintersaison. Das Wetter wird besser, die vielen Dinge in anderen Bereichen des Lebens, die mich in den letzten Monaten in Anspruch nahmen, beginnen sich zu ordnen. Und die Berliner Fahrradschau steht natürlich auch vor der Tür, die ich als Anlass für mich nehme, wieder mehr Engagement in meine Touren und das Thema Fahrrad an sich zu stecken.

Ich bin wieder da 🙂

Die Rückfahrt München-Berlin

Morgens um 04:30 Uhr ging der Wecker. Nicht die schönste Zeit zum Aufstehen, dafür hatten wir aber einen durchgehenden Zug nach Berlin mit Fahrradplätzen. Wir verstauten die letzten Dinge in den Taschen, vor dem Fenster kein Regen zu sehen. Dann verließen wir die Wohnung.

Zurück in Berlin
Zurück in Berlin

Schon als wir die Räder klarmachten, fing es leicht an zu tröpfeln, aber wir hatten uns gegen Regenklamotten entschieden und es war ja nicht weit zum Bahnhof. Der Regen wurde auf dem Weg natürlich stärker, aber die dicke Kleidung weicht ja nicht so schnell durch und wir kamen in akzeptablem Zustand um kurz nach fünf am Hauptbahnhof München an. Die ersten Geschäfte öffneten bereits, die alkoholisierten Menschen rund um den Bahnhof waren wohl keine Reste vom Oktoberfest, sondern vermutlich eher Stammgäste.

Unser Zug stand schon bereit, als wir am Wagen ankamen, öffnete gerade der Lokführer die Tür und wir konnten sofort einsteigen und unsere Räder seitlich hinterm Führerstand einstellen.

Das erwies sich im Laufe der Fahrt als Glücksfall, als eine Gruppe Jugendlicher mit diversen Rädern einstieg. Da waren unsere Räder weitgehend aus dem Weg und trotzdem so aufgestellt, daß wir später am Südkreuz (vor der Jugendgruppe) leicht aussteigen konnten.

Der Zug kam halbwegs pünktlich dort an – und eine wunderschöne Septembertour ging bei kühleren Temperaturen, aber immerhin im Sonnenschein zu Ende.

Grainau / München

Als wir am Morgen aufwachten, regnete es immer noch – und nicht zu wenig. Da eine Änderung nicht in Sicht war, war die Entscheidung gefallen: gemütlich frühstücken, dann mit der Bahn nach München.

Nasse Speedmachine
Nasse Speedmachine

In München gerieten wir in den Trubel des ersten Tags des Oktoberfests. Die Strassen waren voll, der Bahnhof voller. Noch während wir am Bahnhof über ein Getränk nachdachten meldete sich Björn, den wir vor einigen Tagen in Österreich auf dem Rad getroffen hatten und der uns eine Unterkunft in München angeboten hatte – zu Oktoberfestzeiten ist das in München nämlich nicht ganz einfach! Wir konnten direkt zu ihm fahren, die Räder abstellen und uns zivil kleiden, es regnete immer noch.

Wir unterhielten uns mit unserem Gastgeber, gingen noch einkaufen, damit wir für die morgige Zugfahrt etwas hatten, abends gingen wir noch essen. Für mehr fehlte uns bei Dauerregen, 14°C und den Massen an Menschen in der Stadt die Motivation. Dann ging es früh ins Bett, denn wir mussten am kommenden Tag den Zug um 05:38 Uhr erreichen.