Gailingen – Konstanz

Der Morgen begann gemütlich, denn weit hatten wir es heute nicht mehr. Da unsere Gastgeber in Konstanz ohnehin erst abends in der Stadt sein würden, war keine Eile angesagt.

Räder vor der Imperia
Räder vor der Imperia

Aus Gailingen heraus ging es zunächst auf eine schnelle Abfahrt zum Rhein hinunter. Wir blieben am Nordufer und kamen dennoch, auf dem Radweg fast unbemerkt, schon bald wieder in die Schweiz. Durch einen Wald und Felder fuhren wir auf einem ruhigen Weg in Richtung Stein am Rhein. Dort schauten wir uns im Herzen dieses kleinen Städtchens um, dann überquerten wir den Rhein und folgten der Radroute südlich des Rheins.

Zunächst ging es auf einem ruhigen Weg parallel der Bahnstrecke, später auch mal auf die – zum Glück – wenig befahrene Straße und durch die Orte am Rheinufer, wo wir uns mit Blick auf den sich zum See öffnenden Fluß eine kleine Pause gönnten. Bald schon konnten wir die Insel Reichenau sehen.

Bodensee von Steckborn aus
Bodensee von Steckborn aus

Schließlich wurde die Bebauung dichter, wir näherten uns Konstanz und wechselten über die Grenze wieder nach Deutschland. Als erstes besuchten wir Johannes an seiner neuen Wirkungsstätte in Konstanz. Johannes hatte mir vor nunmehr zehn Jahren meine Speedmachine in Berlin verkauft.

Nach einem netten Klönschnack fuhren wir dann schließlich in Richtung Hafen und machten die obligatorischen Fotos an der Imperia, bevor es ein wenig Verpflegung in der Fussgängerzone gab. Bald schon stießen Christoph und Anna zu uns, wir schauten uns am Münster um und bummelten durch die Stadt. Später kam en auch Framstag und Beate auf dem Tandem an, so daß wir in netter Runde zu Abend essen konnten.

Eine kleine abendliche Stadtrundfahrt später ging es dann schließlich in Richtung Bett.

Lörrach – Gailingen

Da wir sicher gehen wollten, frühzeitig am Zug zu sein, trafen wir uns bereits um halb acht zum Frühstück. Die Sachen waren wie immer vorbereitet, so dass wir gleich nach dem Frühstück unsere Räder aus der Abstellmöglichkeit holen und packen konnten.

Rheinfall von Schaffhausen
Rheinfall von Schaffhausen

Los ging es dann nach Basel Badischer Bahnhof auf netten breiten Radwegen abseits des Autoverkehrs. Am Bahnhof angekommen hatten wir Glück und einer angemeldeten Gruppe Radfahrer anschließen zu können, die von freundlichen Service Personal per Lastenaufzug zum Gleis gebracht wurde – denn nicht jeder Bahnsteig hat eine Rampe.

Die Radabteile im Zug waren zwar nicht üppig, aber es reichte, um Räder und Trikes sicher und ohne Behinderungen abstellen zu können. Wir fuhren bis Waldshut mit, dann ging es pedalierend weiter, ungefähr dem Eurovelo 6 folgend. Wir wechselten diverse Male die Seiten und damit zwischen der Schweiz und Deutschland bin und her.

Wir passierten die Burg Rotwasserstelz, auf der Schweizer Seite kam der erste kurze Anstieg jenseits der 10%. Dank elektrischer Unterstützung war das aber auch für die Trikes kein Problem. Da es aber hügelig weiter ging, Stand heute ein echter Reichweitentest auf dem Plan.

Kaputte Kette, dreckige Hände
Kaputte Kette, dreckige Hände

Neben den Anstiegen und den sich bietenden Panoramen trugen auch die niedlichen Dörfer zum Original Schweiz-Feeling bei. Zwischendurch ließ sich aber schön Pause machen, direkt am Rhein bei mittlerweile angenehmerem Wetter.

Schließlich erreichten wir den Rheinfall von Schaffhausen. Nach dem Passieren der Brücke gab es wirklich spektakuläre Blicke. Außerdem versorgten wir uns mit einem Snack, dann sollte es weiter gehen.

Als ich allerdings die steile Auffahrt nehmen wollte verkantete die Kette beim Schalten – und ich war außer Gefecht gesetzt. Zwei Glieder hatten sich verdreht, es half nichts, außer sie zu entfernen und das für solche Fälle parate Kettenschloss einzubauen. Aber ich wollte sie ja ohnehin kürzen.

Der restliche Weg nach Gailingen, wo wir heute ein Hotel gebucht hatten, lief problemlos und wir kamen nach einer letzten knackigen Steigung an.

Wie immer machten wir uns frisch und trafen uns zum Abendessen, das heute dringend nötig war. Der Abend klang bei netten Gesprächen aus.

Île du Rhin – Lörrach

Wie üblich trafen wir uns um acht Uhr zum Frühstück. Mit einem relativ kurzen Track für den heutigen Tag und etwas Rückenwind als Aussicht ließen wir es ruhig angehen.

Multikulti
Multikulti

Sobald wir von der Rheininsel runter waren führte der Track zunächst auf netten Radwegen, teils alten Bahnstrecken, entlang. Der Himmel war noch etwas grau und für Temperaturen nicht allzu hoch, durch den Rückenwind aber war es erträglich.

Da Lars mit den schweren Taschen voller Technik und ohne elektrische hoffe etwas langsamer unterwegs war, verabredeten wir, das Marylin, Gary und ich etwas schneller vorfuhren. Das gab uns Zeit für zwischenzeitige Foto- oder Video Stopps.

Am Kraftwerk Fessenheim fuhren wir noch vorbei, teils auf der Landstraße, da ich die Route etwas eingekürzt hatte. Aber es war wenig Verkehr und die Autofahrer sehr umsichtig, so dass es trotzdem ein angenehmes Fahren war.

Gary und Marilyn beim Käsefondue
Gary und Marilyn beim Käsefondue

Als wir kurz hinter der Schleuse Kembs-Niffer mit ein paar Video-Perspektiven experimentierten kam Lars dann auch wieder an. Wenig später fanden wir ein offenes Restaurant mit Menu du Jour, einem preiswerten Mittagsmenü und kehrten ein.

Anschließend hatten wir es nicht mehr allzu weit zum Hotel in Lörrach, streiften Basel nur fast, fuhren aber durch Weil am Rhein. Nach diversen Grenzübertritten zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz kamen wir schließlich an.

Im Hotel machten wir uns frisch, dann ging es per Tram nach Basel hinein. Wir erkundeten die Innenstadt und ließen den Tag mit einem Käsefondue ausklingen.

Karlsruhe / Rastatt – Straßburg

Da Gary, Marilyn und Lars erst um kurz vor zehn Uhr am Hauptbahnhof sein sollten, hatte ich genügend Zeit für ein Frühstück mit Gaby, Hanno und Henni. Gaby wollte früh los, ich könnte mir noch etwas Zeit lassen. Ein letztes Nachpumpen des Vorderrades, die Tasche aufs Rad und dann brachte mich Hanno auf den Weg. Dank Navi und guter Ausschilderung lief der Weg zum Bahnhof wie am Schnürchen und ich war viel zu früh da.

Viererbande vor der Reithalle Rastatt
Viererbande vor der Reithalle Rastatt

Ich fragte nach Ankunfts- und Abfahrtsgleis, als ich mich wegen der Fahrradregelung in Baden-Württemberg erkundigte und erwartete meine drei Mitfahrer dann am Gleis. Da ich aber nicht nochmals gegencheckte standen wir dann zur Abfahrtszeit zwar auch an einem Zug in Richtung Rastatt, leider aber einer engen Tram, die die Trikes nicht mitnahm, während am Nachbargleis der geplante RE abfuhr. Wir überbrückten die entstandene Wartezeit mit einem Kaffee und nahmen den RE eine Stunde später.

In Rastatt durften wir die Räder erst einmal tragen, da es am Bahnhof dort keine Fahrstühle gibt. Aber wir waren dann zur Abfahrt bereit, nach einem kurzen Intro-Video. Ein kurzer Blick in Richtung Rastatter Schloss, dann ging es in Richtung Rhein zur Fähre.

Kurz vor der Fähre hörte ich ein beunruhigendes Geräusch vom gerade auf Tubeless umgerüsteten Vorderrad. Die Dichtmilch tat ihren Dienst und nach ein paar Umdrehungen war der Reifen dicht. Allerdings war das nach vielleicht 25km Nutzung und keinen offensichtlichen Scherben oder ähnlichem doch kein guter Start.

Der Wind blies stark aus Süd, als wir auf die Fähre warteten. Außerdem gab es noch einen kurzen Regenschauer, aber der ging schnell vorbei. Die Fähre brachte uns auf die andere Seite des Rheins und damit nach Frankreich. Dort ging es auf den Deich.

Trikes auf dem Deich
Trikes auf dem Deich

Doch bald hörte ich wieder ein Zischen, es war die gleiche Stelle am Reifen. Ich musste Nachpumpen. Bei höherem Druck hielt die Dichtmilch nicht mehr Stand und ich machte mich daran, doch wieder einen Schlauch einzuziehen. Die Sauerei war nicht so groß, wie manche Horrorgeschichten in Foren verkünden, alles ging Recht schnell und dann funktionierte es auch wieder, aber die erste Tubeless Erfahrung war nicht so gut.

Weiter fuhren wir entlang des Rhein Radweges. Der Wind machte uns ein wenig zu schaffen, aber weniger als befürchtet. Einzig die Geschwindigkeit in der Gruppe war nicht so hin homogen, wie erwartet. Bei zwei Drittel des Weges fanden wir eine offene Boulangerie, also einen Bäcker, und versorgten uns mit Quiche und Süßwaren.

Das geschlossen geglaubte Restaurant am der nächsten Schleuse hatte offen, aber wir waren ausreichend gesättigt, also ging es direkt weiter. Im Wind allerdings verlor Gary sein Fähnchen.

Schließlich erreichten wir Straßburg und unser Hotel. Lars musste nach einer durchwachten Nacht Schlaf nachholen, Marilyn, Gary und ich schauten uns die Stadt an und hatten Abendessen.

Gernsheim – Karlsruhe

Der Tag begann mit den üblichen Routinen der Radreise: Aufstehen, Bad, Klamotten packen, Zimmer in Ordnung bringen, Frühstück. Dann auschecken und die Räder beladen.

Weit brauchten wir nicht bis zur ersten Pause: nach ein paar hundert Metern waren wir an der Rheinfähre Gernsheim, mit der wir auf das westliche Ufer übersetzten. Dort ging es einige Kilometer über ruhige Landstraßen, dann auf einen Radweg hinter dem Deich.

Fähre Gernsheim
Fähre Gernsheim

Zwar konnten wir für etwa 12km die Ruhe genießen, doch ich hatte meine Begleiter bereits vorgewarnt, dass es anschließend etwas weniger schön weiter gehen würde. Die Durchfahrten durch die Orte waren mit Stop and Go verbunden, obwohl oft Radspuren vorhanden waren, nervte der Autoverkehr schon ziemlich.

Ab Schifferstadt kürzte Gaby mit der Bahn bis Germersheim ab, da die Strecke mit weniger Liegeraderfahrung doch ziemlich herausfordernd war – Micha und ich zogen Ausserorts dann mit 30-35km/h durch die Lande, um sie in Germersheim nicht gar zu lange warten zu lassen.

Lightshow
Lightshow

Nach der Wiedervereinigung in den Vorbereitungen der Spezialrandmesse gab es noch eine kleine Stärkung, dann machten wir uns gemeinsam auf die letzten 35km. Ab Germersheim lief die Strecke zunächst viele Kilometer hinter den Deich entlang und war wunderbar zu fahren. An der Fähre Leimersheim bog Micha ab, der in Karlsruhe ein anderes Ziel hatte, ich fuhr mit Gaby über Wörth am Rhein in Richtung des Karlsruher Süd.

Als wir bei Hanno ankamen füllte sich die Runde langsam zur traditionellen Pre-Spezi-Party, es gab gutes Essen, jede Menge toller Gespräche und Geschichten und der Abend wurde lang.