Salamanca – Valverde del Fresno

Erstaunlicherweise hatte wirklich schon eine Bar zum Frühstücken geöffnet, als ich Sonntag morgen um kurz nach acht in der Nähe meiner Unterkunft suchte. So Schäfte ich eine kleine Grundlage für die kommenden Kilometer.

Leere Nationalstrasse
Leere Nationalstrasse

Mein Track für heute war nur 90km lang, bis Ciudad Rodrigo. Das war der Tatsache geschuldet, dass danach bis zum nächsten größeren Ort 150km weiter nichts mehr kam. Ich hatte allerdings schon ausgemacht, dass es durchaus in kleinen Orten hier ein paar Gelegenheiten gab.

Aber zunächst machte ich mich auf in Richtung Ciudad Rodrigo. Der Weg führte auf einer grossen Nationalstrasse direkt parallel zur Autobahn. Am Sonntag zumindest war diese völlig leer, nur ab und zu mal ein paar Rennradler auf der Piste. Eine größere Gruppe fuhr aber bereits kurz hinter Salamanca in eine andere Richtung, mit einem anderen lieferte ich mir in hügeligem Gelände ein spannendes Rennen auf den ersten rund 50 Kilometern. In jeder Steigung holte er wieder auf. Der sportliche Ehrgeiz trieb mich zu einiger Leistung.

So kam es, dass ich nach nicht ganz drei Stunden bereits knapp 90km weiter in Ciudad Rodrigo ein Mittagessen zu mir nahm und mir Gedanken machte, bis wohin ich weiterfahren konnte.

Abfahrt nach Valverde del Fresno
Abfahrt nach Valverde del Fresno

Das Gelände hielt ab hier auf kleineren Straßen mehr Steigungen bereit, zudem hatte ich doch einige Körner verschossen auf dem Ritt nach Ciudad Rodrigo. In Navasfrias gab es nichts mehr, so nahm ich noch die Fahrt über den nächsten kleinen Pass und dann hinab nach Valverde del Fresno auf mich.

Dort hatte ich ein schönes Hotel mit Pool gefunden, in den ich zu passender Zeit ankam. Ein wenig ausruhen, ein Bad im Pool, etwas Zeit auf der Terrasse und dann kam auch schon das Abendessen um 21 Uhr an die Reihe.

Anschließend fiel ich totmüde ins Bett.

Valladolid – Salamanca

Ich war spät eingeschlafen und wachte auch spät auf. Nach frühstücken und packen war es fast schon 10 Uhr, als ich endlich los kam.

Straße mit Bäumen und Schatten
Straße mit Bäumen und Schatten

Aus der Stadt heraus führte ein breiter und guter Radweg, der von Radfahrern und Skatern offenbar als Trainingsstrecke genutzt wird. Als ich diesen dann verließ und auf eine andere Straße sonnig, war auf dieser allerdings auch relativ wenig Verkehr, auch wenn sie nach ihrer Einordnung eine Hauptverkehrsstraße sein sollte – allerdings ist es ja auch Samstag.

Die heutige Etappe war, von ein paar Hügeln abgesehen, relativ flach, wenn im Gesamtprofil auch etwas ansteigend. Trotzdem kam ich recht gut voran. Im Gegensatz zu den letzten Tagen veränderte sich die Landschaft auch sonst. Hatte ich auf den letzten Etappen viele abgeerntete Felder gehabt, gab es heute vereinzelt kleine Baumgruppen und vor allem eines: Wein.

Wein soweit das Auge reicht
Wein soweit das Auge reicht

Ich fuhr dutzende Kilometer durch Weingüter, links und rechts waren die Felder bis zum Horizont zu sehen. Auf der Straße klebten die Reifen an den Resten der von den Erntewagen gefallenen Trauben, die sich als glänzender dunkler Belag auf dem Asphalt verteilten. Immer wieder standen neben der Straße große moderne Gebäude, in denen die Trauben gleich vor Ort verarbeitet wurden (das legte zumindest der Geruch nahe). Aus Gepäckgründen müsste ich leider davon absehen, mich in den Venta directa, den Werksverkäufen, einzudecken und aus Gründen der sicheren Teilnahme am Straßenverkehr verzichtete ich auch auf eine Verkostung.

Was leider nicht so bald an der Strecke lag, war ein Ort mit Bar, speziell einer Bar mit Essensangebot. Und so kam ich erst bei 90km dazu, ein paar Tapas zu erstehen. Mein Körper hat sich allerdings in den letzten zwei Wochen gut genug an die abgeforderte Leistung gewöhnt, so daß dies gerade beim heutigen Streckenprofil unproblematisch blieb.

Salamanca, Plaza Mayor
Salamanca, Plaza Mayor

Insgesamt standen bis Salamanca nur knapp 130km auf dem Plan, nach dem Mittag ging es also auf eine kurze Etappe. Ich hatte mir auch entsprechend Zeit gelassen. In Salamanca drehte ich eine kleine Runde, suchte mir dann ein Hotel und machte mich frisch, bevor ich zum Supermarkt ging, um dem morgigen Sonntag vorzubeugen und mich mit Wasser und Saft eindeckte.

Ein Stadtrundgang mit anschließendem Abendessen in der schönen Altstadt rundete den Tag ab.